|
Das tut weh. So wie es aussieht, bricht so langsam die Panik an den Märkten aus und man fängt an, von Folgen auf die Gesamtwirtschaft zu sprechen. Das zeigt sich mir nicht nur daran, dass das Portfolio richtig nach unten gerissen wurde, sondern auch daran, das jetzt nach und nach meine Positionen durch eng nachgezogene Stoppkurse rausfliegen. Was ist eigentlich der Auslöser? Die Immobilienblase in den USA. Die Häuslebesitzer haben sich in den letzten Jahres einen Ast gefreut: jährliche Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt von 12 Prozent seit 2000. Der Amerikaner, der sein Haus im Jahr 2000 zu 100% beliehen gekauft hat, hatte bereits wenige Jahre später große Gewinne (auf dem Papier), da das Haus so im Wert gestiegen ist. Was macht der konsumfreudige Amerikaner, der nach Statistiken gerne 3% mehr ausgibt, als er Einnahmen hat? Er geht zur Bank und holt sich für den Wertzugewinn seines Hauses eine neue Hypothek und verwendet sie für lustvollen Konsum. Er ging auch davon aus, dass das Haus weiter an Wert gewinnen würde, also würde er schon mit den höheren Zinszahlungen zurecht kommen. Nun stellt sich heraus, dass es leider doch nicht so ist. Die US-Leitzinsen sind von 1 Prozent im Jahr 2003 auf 4,75 Prozent gestiegen. Ausgaben, die er konsumfreudige Amerikaner bei einem sich abkühlenden Immobilienmarkt nicht mehr verkraften kann. Wir sind am Beginn der US-Hypothekenkrise. Eine kurze Chronik:
Wie oben sehr schön zu sehen ist, hatten wir Anfang März einen ziemlichen Knick, während dem unser DAX von 7.000 auf 6500 innerhalb knapp einer Woche fiel. Auslöser: Eigentlich technischer Natur. Es folgte ein sensationeller Rebound. Im Juni schon wieder: von 8.000 auf 7.500 innerhalb einer Woche. Auch hier gab es einen schnellen Rebound. Ende Juli kamen die Nachrichten zur Hypothekenkrise auf den Markt. Jetzt merkt der Markt, dass unser konsumfreudiger Amerikaner (s. oben) seine Kredite eventuell doch nicht zurückzahlen kann. Wir sprechen auch von sog. Subprime-Krediten, die überall bei Banken, Hedgefonds, etc. in den Büchern stehen und evtl. abgeschrieben werden müssen. Verkaufen kann man sie auch nicht- denn wer will Kredite aufkaufen, die nicht mehr zurückgezahlt werden? Der Markt ist also total illiquide. Die Folgen:
Wie geht’s jetzt weiter? Jetzt wird erstmal darauf geschaut, ob die Amerikaner ihre Kredite wirklich nicht mehr zurückzahlen können. Und ob der Konsum der Amerikaner, der größtenteils fremdfinanziert war, zusammenbricht. Wäre das der Fall, würde die amerikanische Nachfrage auf den Weltmärkten zusammen brechen und der Weltwirtschaft großen Schaden zufügen. Dann sind wir auch schon bei dem Szenario, dass Dr. Max Otte in seinem Buch Der Crash kommt aufzeigt: Das Vertrauen der Marktakteure schwindet, die ihr Geld vom Markt abziehen und dafür z.B. in Sachanlagen flüchten. Da nützt auch das Anwerfen der Druckerpressen der Notenbanken nichts, denn die Menschen haben das Vertrauen aufgrund hoher Risiken verloren und halten ihr restliches Vermögen zusammen. Dieser Rückzug des Geldes aus der Weltwirtschaft sinkt die allgemeine Nachfrage, und es kommt zur Deflation. Im Moment ist es aber noch nicht soweit und evtl. erholen sich die Märkte auch. Ich bin aber kein Hellseher, darum bleibt mir nichts anderes übrig, als die Stoppkurse im Markt zu lassen und abzuwarten, bis die Finanzmarktgewitter vorbei sind. Ausgestoppt wurde ich bisher leider bei:
Weitere Stoppkurse liegen im Markt für:
Erst wenn der Markt sich komplett beruhigt hat, würde ich in diese Postitionen wieder einsteigen. Desweiteren kaufe ich weitere Fondsanteile in die fallenden Märkte hinein, da ich noch nicht an den großen Crash glaube. Außerdem suche ich derzeit nach geeigneten Anleiheninvestments, mit denen man sicher durch turbulente Zeiten segeln kann. Dazu gibt es demnächst eine Beitragsserie. In diesem Sinne-viel Glück an alle, die im selben Boot sitzen! |
||||||
Verwandte Artikel |
||||||
| Willst Du auf dem aktuellen Stand von pfblog.de bleiben? Dann abonniere den Feed! | ||||||
|
||||||
|
||||||
Eine Reaktion zu “Chronik der US-Hypothekenkrise: Meine ersten Stop-Loss-orders greifen”Einen Kommentar schreiben |
|
|||||||||||||||||||||||





Am 8. Oktober 2008 um 21:20 Uhr
[...] 17.08.2007: Chronik der US-Hypothekenkrise: Meine ersten Stopp-Loss Orders greifen [...]