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So, nach ca. 3 Monaten bin ich endlich in der Lage, alle Zahlen zum Immobilienkauf in einer abschließenden Zusammenfassung zu liefern. Hier eine kurze Darstellung der Vorgeschichte: Nach einigen kläglichen Versuchen Anfang 2007 musste ich feststellen, dass nicht jede Zwangsversteigerung aussichtsreich ist. Also habe ich mir Anfang September 2007 vorgenommen, die Termine zu besuchen, in denen die Wertgrenzen weggefallen sind. Bei einem dieser Termine (20.11.2007) hatte ich Erfolg. Allerdings kam es aufgrund des sehr geringen Kaufpreises zu einer Zuschlagsaussetzung bis zum 03.12.2007, die am Ende jedoch für mich entschieden wurde. Bis zum Verteilungstermin am 06.02.2008 gab es noch einige Schwierigkeiten, einen Kredit zu bekommen, da ich so eine geringe Kaufpreissumme finanzieren wollte. Ein Leser dieses Blogs hat mir hier ausgeholfen (Danke nochmal! :) ). Der Verteilungsteilungstermin konnte so ohne Probleme stattfinden, nachdem ich die Grundsteuer gezahlt habe sowie der Bank eine notarielle Grundschuldbestellungsurkunde geliefert habe, aufgrund der das Darlehen rechtzeitig ausgezahlt werden konnte. Die Mieten standen mir seit Zuschlagsbeschluss am 03.12. zu, außerdem musste ich ab dann Betriebs- und Bewirtschaftungskosten an die Hausverwaltung abführen. Leider gab es ein Problem bei den Mieten… Ich wußte nicht, wo diese eingehen und habe auf ein Schreiben vom Gericht gewartet- das nie kam. Zum Glück saß jedoch ein Herr in der Zwangsversteigerung neben mir, der bereits Eigentümer von zwei Einheiten in derselben Eigentümergemeinschaft war. Wir haben Kontaktdaten ausgetauscht und Anfang Februar habe ich von ihm herausgefunden, dass die Mietverträge mit einem gewerblichen Zwischenmieter bestehen, von dem kein Wort im Gutachten erwähnt wurde. Dort habe ich angerufen und mich vorgestellt, und in der Tat hat dieser Zwischenmieter die Mieten und Umlage von Dezember 07 und Januar 08 an den ehemaligen Eigentümer abgeführt. Dieser hatte wohl die Zahlungen der Betriebs- und Bewirtschaftungskosten ab Zuschlag eingestellt, aber noch die Mieten kassiert. Da mir diese Mietzahlungen zustehen, spreche ich jetzt mit einem Anwalt. Eine weitere Erleuchtung kam mir beim gewerblichen Zwischenmietvertrag. Dieser Zwischenmieter garantiert mir zwar auch bei Leerständen die Mietzahlungen, aber zwackt leider für diese Leistung von der ursprünglich geplanten 222 Euro Kaltmiete 81 Euro ab, so dass an mich nur 141 Euro ausgezahlt werden. Statt den geplanten 100 Euro Überschuss bleiben mir jetzt 19 Euro. Aus dem Vertrag komme ich leider nicht heraus, denn Kauf bricht nicht Miete. Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate zum Jahresende, also frühestmöglich zum 31.12.2008. Wenn Gespräche mit Anwälten ergeben, dass ich nicht früher aus dem Vertrag herauskomme, werde ich definitiv von dieser Frist Gebrauch machen. Jetzt zu einer Übersicht der Zahlen, zunächst zu den Anschaffungskosten:
Diese Anschaffungskosten werde ich gemäß der deutschen Steuervorschriften in meiner Bilanz aktivieren, denn darauf wird auch die 2% Abschreibung pro Jahr berechnet (=317,04 Euro). Nun die Einnahmen und Ausgaben. Wie oben schon angedeutet, komme ich aus dem Zwischenmietvertrag bis zum Ende dieses Jahres nicht heraus. Also muss ich mit einer Kaltmiete von 141 Euro leben, was den Überschuss deutlich reduziert:
Bin ich einmal aus dem Vertrag mit dem gewerblichen Zwischenmieter ausgetreten und kann ich die 222 EUR direkt einfordern, so habe ich 100 Euro Überschuss. Der Kredit selbst tilgt sich mit 2%. D.h. momentan sind in jeder monatlichen Rate ca. 25 Euro Tilgungsanteil enthalten. Ab 2009 kann ich pro Jahr eine Sondertilgung in Höhe von 750 Euro vornehmen, von der ich wahrscheinlich auch Gebrauch machen werde. Am Ende der 5 jährigen Zinsbindungsfrist bleiben so noch nur noch 9.900 Euro übrig. Diesen Betrag kann ich beispielsweise aus den Rückzahlungen meines MPC Sachwert-Rendite-Fonds Indien tilgen. Einmal getilgt bleiben mir 222 Euro Kaltmiete abzüglich 35 Euro Bewirtschaftungskosten, d.h. 187 Euro Überschuss- Inflation noch nicht berücksichtigt. Wenn ich keine Lust mehr auf Deutschland habe, könnte ich mich mit diesen Einnahmen schon nach Thailand absetzen :) Hier die grafische Veranschaulichung des Kreditverlaufs: ![]() Es bleiben mir sehr hohe stille Reserven, denn laut Gutachten könnte ich die Wohnung für 43.000 Euro verkaufen. Das wäre natürlich in Bezug auf mein Ziel- eine Million Euro- durchaus sinnvoll. Allerdings liegen hier die steuerlichen Veräußerungsfristen ungünstig. Denn erst nach 10 Jahren kann man eine Immobilie steuerfrei veräußern. Das einzige Schlupfloch das nach der Abgeltungssteuer noch bleibt. Dieser Deal war für mich die “Aufwärmphase”. Solange die Banken mitmachen, werde ich nach genau derselben Strategie Immobilien erwerben. Und der nächste Termin ist auch schon in ca. 1,5 Wochen. |
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10 Reaktionen zu “Meine erste Immobilie in der Zusammenfassung”Einen Kommentar schreiben |
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Am 25. Februar 2008 um 08:38 Uhr
Darf man erfahren, bei welcher Bank du diesen relativ kleinen Betrag bekommen hast? Ich bin im Augenblick auch dabei, ein passendes Investitionsobjekt gleicher Größenordnung auszusuchen, würde mich deswegen über deinen Tipp freuen.
Am 25. Februar 2008 um 17:45 Uhr
Zum Thema “kleine Immobilien” hier ein interessanter Artikel:
http://www.finblog.de/2008/02/22/mal-rendite-mal-ne-niete/
Am 25. Februar 2008 um 18:35 Uhr
Hallo,
Wo ist den das Wohngeld geblieben, was du in deiner letzten Rechnung noch drihne hattest?
MFG
Peter und weiter so…
Am 11. März 2008 um 00:12 Uhr
Ein sehr interessantes Konzept mit einer so niedrigpreisigen Immobilie. Würde mich als Kapitalanlage auch glattweg mal interessieren, da ich mich bislang nur mit wesentlich teureren Objekten befasst habe. Wäre fein, wenn Du weiter über Neuerwerbungen berichten würdest.
Am 23. März 2008 um 13:35 Uhr
Das Wohngeld ist einfach unter dem Begriff “Betriebskosten” aufgelistet. Das ist anscheinend der gängigere Begriff dafür. In der Rechnung ist somit alles enthalten.
Am 23. März 2008 um 13:54 Uhr
Hi Daniel,
klar berichte ich weiter über Neuerwerbungen. Aber wie Du in meinem kürzlichen Beitrag siehst, ist der Erwerb von guten Immobilien zu den Preisen auch ein bißchen Glückssache. Ich besuche regelmäßig ZVGs, werde aber erst wieder darüber berichten, wenn ich wieder einen Zuschlag bekommen habe.
Am 2. April 2008 um 11:54 Uhr
wollte nochmal nachhacken, da ich bisher noch keine Antwort erhalten habe – kannst du aus der persönlichen Erfahrung deine Bank weiterempfehlen? Wenn ja, dann würde ich mich über den Tipp freuen. Ich stehe kurz vor dem Kauf einer 1Zi.-Wohnung mit einem ähnlichen Kostenpunkt, sprich die Wohnung ist zu klein und zu billig für die meisten Banken/Vermittler.
Am 2. April 2008 um 12:27 Uhr
Sorry, hatte ich übersehen. Versuch’s mal bei der LBBW, bei denen hatte ich Erfolg.
Am 2. April 2008 um 12:47 Uhr
Danke sehr! Da gehe ich doch glatt morgen während der Mittagspause bei denen vorbei. Ich hoffe mal die Stuttgarter-Filialen sind genau so freundlich und unbürokratisch wie in deinem Fall :)
Am 4. Juni 2008 um 22:43 Uhr
Wieso hast Du ein Annuitäten-Darlehen gemacht? Gut, ich wundere mich überhaupt, dass Du eine Bank gefunden hast, die das bei so einer geringen Summe finanziert hat, und Dir blieb vielleicht gar nichts anderes übrig. Aber Du schreibst auch, dass Du auf jeden Fall von dem Sondertilgungsrecht gebrauch machen willst.
Wieso??? Du hast ein Kredit von 5% Zinsen, Dein Ziel ist doch aber, dass Du langfristig eine Rendite von 8% erzielst, wieso willst Du da Dein Kredit zu 5% Zinsen tilgen? Du hättest von vornherein einen Vertrag machen sollen, wo Du statt zu tilgen in einen Fonds einzahlst. Auch steuerlich ist das sehr viel vorteilhafter, weil Du so immer die vollen Zinsen als Aufwand absetzen kannst und noch wären ja die Erträge aus einem Kursgewinn von Fonds zu 100% steuerfrei.
Bei Deinem Darlehen allerdings, wird der Zinsaufwand immer geringer, also Deine Kosten sinken und somit kommst Du eher in die Gewinnzone, den Du dann natürlich versteuern mußt. So finanzieren Investoren eigentlich nicht, sondern nur Eigenheimbesitzer.
Bin auf Deine Meinung gespannt…