Du weißt ja, ich bin immer bemüht, Steuern zu sparen. Leider macht es der deutsche Staat einem nicht leicht bei einer Abgabenquote von ca. 50%. Das soll nicht heißen, dass ich berechtigt finde, was Zumwinkel in Liechtenstein versucht hat. Aber wenn uns vom Staat so viel Geld weggenommen wird, hat jeder Bürger das Recht, Steuern zu sparen wo er nur kann.
Im Zusammenhang mit meiner letzten Steuererklärung bin ich natürlich nochmal alle denkbaren Optionen durchgegangen, um Sparmöglichkeiten ausfindig zu machen. Dabei ist mir nochmal aufgefallen, dass es nur eine Steuer gibt, die Du legal “hinterziehen” kannst: die Kirchensteuer. Wenn Du also noch in der Kirche bist, aber Dich nicht mehr mit ihr identifizieren kannst, dann trete kurzerhand aus (Antrag beim zuständigen Standesamt).
Ich bin recht früh in meinem Arbeitsleben aus der Kirche ausgetreten und habe dabei kräftig gespart. Berechnungsgrundlage ist immer die gezahlte Einkommensteuer. Darauf werden dann bundeslandabhängig 8-9% Kirchensteuer erhoben. Nehme ich meine gezahlte Lohnsteuer von 25.688 Euro im Jahr 2007 als Beispiel, wäre ich jetzt um 2.311 Euro ärmer… Zwar hätte ich diese wieder als Sonderausgaben bei der Steuererklärung geltend machen können, aber der “Traum in weiß” ist mir auch den Nachsteuerbetrag nicht wert.
Nächstes Jahr kommt die Abgeltungssteuer und kassiert bei allen langsfristigen Anlegern ab. Auch auf diesen Betrag wird Kirchensteuer erhoben, falls Du noch in der Kirche bist. Ohne die ganzen Abgaben wären wir wahrscheinlich alle schon Millionäre… Ich denke, es ist durchaus angebracht, über einen Austritt aus der Kirche nachzudenken. Steuermindernd Geld Spenden kannst Du auf freiwilliger Basis immernoch.
Am 22. April 2008 um 20:22 Uhr
Heh heh… mal sehen was sich ergibt, wenn die Liebste geheiratet werden möchte :-)
Am 23. April 2008 um 05:32 Uhr
:) Ich weiß, Frauen denken darüber emotionaler. Aber ich bin -nicht zuletzt aufgrund jüngster Ereignisse- aus dem erlauchten Kreis der heiratsfähigen/-willigen ausgeschieden. Mehr dazu wahrscheinlich in einem anderen Beitrag.
Am 23. April 2008 um 10:50 Uhr
Kannst du uns/mir nochmal ein bisschen etwas zur Abgeltungssteuer sagen. Ich habe zum Beispiel Anfang April in Indexfonds investiert und habe von irgendwo (weiß ich nicht mehr) gehört, dass man diese Steuer gewissermaßen umgehen kann, wenn man November/Dezember alles nochmal umschichtet. Das widerspricht zwar eigentlich dem buy&hold-Gedanken von Indexfonds, aber vielleicht ist man ja doch preiswerter…müsste man mal gegenrechnen. Danke Alex
Am 23. April 2008 um 17:35 Uhr
Aus der Kirche austreten war das erste was ich machte als ich ins Arbeitsleben eintrat.
Falls sich wirklich ein Partner auftut, der unbedingt kirchlich heiraten möchte, kann man
ohne Probleme wieder eintreten. Bei gewissen Konfessionsverhältnissen reicht es sogar,
wenn nur ein Ehe-Partner in der Kirche ist.
Am 24. April 2008 um 16:06 Uhr
Na da haben es wir Österreicher erheblich leichter :)
Am 25. April 2008 um 10:20 Uhr
Muss man sein Begräbnis dann selber organisieren? Ein Wiedereintritt wird meines Wissens mit einer Nachzahlungsgebühr verrechnet. Eigentlich logisch, den die Kirche will ja nicht nur Hochzeiten und Begräbnisse durchführen=)
Am 28. April 2008 um 16:06 Uhr
Wie sieht’s denn in Österreich aus? Wie hoch ist eure maximale Steuerbelastung? Bei uns: max. 45% Einkommenssteuer+Soli+Kirchensteuer, also knapp 50%. Dann noch evtl. gesetzliche KV bei ca. 14% und die Rente bei ca. 19% (die schlechteste Geldanlage der Welt!). Bleibt unterm Strich: fast gar nichts. Hauptsache die Politiker bekommen alle möglichen Vorteile wie Befreiung aus der gesetzlichen RV und eine Pension von 13.000 Euro im Monat (->Hans Eichel).
Am 5. Mai 2008 um 08:52 Uhr
Sein Begräbnis muss man nicht selbst organisieren. Geht auch nicht, da man ja auch ziemlich tot ist. Man wird auch auf den normalen Friedhöfen bestattet. Allerdings wird man wohl keine Trauerfeier in der Kirche bekommen. Es gibt wohl aber wie so oft (z.B. auch für Hochzeiten) Geistliche, die dann für die Angehörigen ein paar Worte sagen. Sakramente kann man aber nicht erhalten, da man (zu mindest bei RK) bei Kirchenaustritt exkommuniziert wird.
Mich stört beim Austritt, dass man nicht so leicht Taufpate werden kann und wenn man mal heiratet (schwer genug ;-) dann zahlt man für seine Frau Kirchensteuer (besonderes Kirchgeld) sofern sie noch in der Kirche ist und weniger verdient. Insgesamt ziemliche abzocke und ein Verein, in dem man nicht gerne Mitglied ist :-)
Ich warte noch, bis ich geheiratet habe und dann “Arrewiedärdschie”!
Am 1. Juni 2008 um 13:09 Uhr
“Ohne die ganzen Abgaben wären wir wahrscheinlich alle schon Millionäre…” Das ist natürlich ein wenig kurzsichtig. Bei der Diskussion um “Steuerverschwendungen” vergessen einige, dass es schon einige Dienstleistungen gibt, die der deutsche Staat bereitstellt, die anderswo anders finananziert werden….
Die Kirchensteuer ist keine Steuer, auch wenn sie so heisst. Die Kirche nutzt das Finanzamt nur als Dienstleister zum Einzug der Steuer. Für die Kirche und für deren Mitglieder ist dies billiger als wenn die Kirche es selber machen würde.
Mir ist aufgefallen, daß Nachdenken und Weitsicht über das rein Finanzielle hinaus nicht unbedingt die Stärken des Blog-Inhabers und einiger Mitschreiber sind.
PS Zur Abteilung “Traumalbum”: Bist du schon einmal einen Porsche Turbo gefahren? Dieses Auto ist ein knallhartes Sportgerät, dass selbst sehr geübten Fahrern einiges an Können abverlangt. Bist du schon mal mit nem Sportwagen auf ner Rennstrecke gewesen? Fürs Cruisen ist das Ding nicht so der Bringer. Bretthartes Fahrwerk, brutale Kraftentfaltung und der Sound ist ob des Turbo nicht mehr so Porsche-mäßig sondern eher ein Pfeiffen. Wie man so ein Ding als Cabrio fahren soll, ist mir ein Rätsel. Na gut. Die meisten Porsch-Käufer fahren ja eh nicht viel..
Am 6. Juni 2008 um 10:51 Uhr
Nochwas zur Kirchensteuer.
Die eingesparte Summe nach dem Austritt bekommt man aber nicht komplett ausgezahlt !!! Das heißt, wenn man bislang 100 Euro Kirchensteuer auf dem Gehaltsbogen hatte, stehen diese nun wieder brutto zur Verfügung und bei einem Steuersatz von 25% kommt Papi´s Staat und kassiert. Rein netto bleiben dann 75 Euro übrig. Nur mal so…
Am 21. Juni 2008 um 07:20 Uhr
@Andre
Wenn Du (leider) 100 Euro Kirchensteuer gezahlt hast, und Du dich dann entscheidest aus der Kirche auszutreten dann bleiben Dir auch 100 Euro mehr auf Deiner Abrechnung. Dies kannst Du ganz einfach bei Focus mit dem Gehaltsplaner ausrechnen.
Aber ein anderer Hinweis, wenn man reich ist dann erlaubt es die Kirche den Kirchensteuersatz zu kappen!! Nur soviel zu diesem scheinheiligen Verein!!