Die Vorstellungskraft zum Einkommen

Es tut doch immer wieder gut, mit Leuten zu sprechen, die größer denken als Du selbst. Heute ist wieder ein Abend gewesen, an dem ich mich in ein spannendes Gespräch mit jemandem stürzen konnte, in dem es um die Finanzen und um das Einkommen ging. Auch die höheren Einkommensschichten- sie erscheinen für jeden greifbar und realistisch.

Als ich vor vier Jahren das Studium der Wirtschaftsinformatik abgeschlossen hatte war ein Einstiegsgehalt von 45.000 Euro schon ein tolle Sache. Und im Vergleich zu anderen Kommilitonen in guter Deal. In den vier Jahren Berufserfahrung haben sich bei mir die folgenden gefühlten “Gehaltslevel” eingeprägt:

  1. Einstiegsgehalt: 40.000-50.000 Euro. Ich kenne auch viele, die zu einem Bruttolohn von 20.000 Euro arbeiten, aber viele von denen konnten ihr Gehalt auf das “Einstiegslevel” von 40.000 steigern, z.B. durch Weiterbildung und Jobwechsel.
  2. Gehalt als Experienced Hire nach einigen Jahren Berufserfahrung: 60.000-90.000 Euro
  3. Geschäftsführer eines kleinen bis mittleren Unternehmens/Partner in einem großen Unternehmen: ca. 150.000 Euro

Hättest Du mich damals als Uniabsolvent nach möglichen Gehältern gefragt, konnte ich mir keineswegs das Ende der Gehaltsstufe 2 oder sogar die Gehaltsstufe 3 vorstellen. Warum nicht? Weil mein Denken dafür zu klein war.

Heute habe ich wieder mit jemandem gesprochen, der ein anderes “Feeling” dieser Stufen hat. Es beginnt bei ca. 60.000 Euro als absolutes Einstiegsminimun und geht als Experienced Hire bis in die Höhen von 300.000 Euro. Ganz zu schweigen von Gehalt eines Managing Directors. In der Unternehmensberatung -der klassischen Branche eines Wirtschaftsinformatikers- sind diese Gehaltslevel eher nicht zu erreichen. Aber im Banking -dem Sektor, um den es heute im Gespräch ging- sind sie anscheinend die Realität.

Mit der Weiterbildung habe ich das Ziel verfolgt, meine Richtung zu ändern, und zwar genau in die Richtung Banking/Finance- etwas, das meiner Leidenschaft entspricht und das thematisch auch nicht allzu weit vom Thema dieses Blogs entfernt ist. Mitterweile habe ich durch meine Weiterbildung zumindest den notwendigen Nachweis der Grundkenntnisse erbracht, die für einen Wechsel ins Banking/Finance erforderlich sind. Manchmal denke ich, dass dieser Shift aufgrund des Alters im Bereich Ende der Zwanziger sehr schwierig ist. Aber das wird sich zeigen. Es scheinen sich mir die Türen zu öffnen.. Vielleicht nicht kurzfristig in den nächsten Wochen, aber mittelfristig ist dieser Wechsel durchaus möglich. Mit dem heutigen Abend rückt also dieser Wechsel in Richtung meiner Leidenschaft näher… und mit ihm erweitert sich auch die Vorstellungskraft über das mögliche Einkommen.

Hast Du vielleicht zu kleine Vorstellungen über Dein mögliches Einkommen?

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9 Reaktionen zu “Die Vorstellungskraft zum Einkommen”

  1. Dave

    Hallo,

    das ist mein erster Kommentar zu deinem Blog, den ich aber schon seit rund einem halben Jahr mehr oder weniger aktiv mitverfolge. Die Gehälter im Banking/Finance Bereich mögen tatsächlich in solchen Größenordnungen liegen bzw gelegen haben. Die Frage ist nur, wie sicher der Job in den heutigen Tagen ist. Viele der Investment Banker bei Lehman Brothers beispielsweise werden sich auf rauere Zeiten einstellen müssen…
    Im Manager-Magazin war ein Artikel über “Goldman Sachs”, in dem von einem Einstiegsgehalt von 90.000 Euro plus Bonus gesprochen wurde: http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,380707-5,00.html
    Ein Blick auf die Bonus Tabellen an den Wall Street verdeutlicht, dass man “im Schnitt” sogar richtig absahnen kann:
    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=newsarchive&sid=a3UiaWFcpfNM

    Inwiefern die Jungs (&Mädels) die Zeit haben, nebenher einen Blog zu betreiben, sei dahingestellt ;) Es wird sich außerdem zeigen, ob durch die Aufgabe der Investment Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley diese exorbitanten Zahlen weiterhin noch Bedeutung auf Analyst- und Associatelevel haben werden.

    Wünsche dir weiterhin viel Erfolg,
    Dave

  2. CashBlog-News vom 03.10.2008 « Biogas, Blogeinnahmen, Bloggen, Erfolg, Geld « CashBlog

    [...] 1. Million: Die Vorstellungskraft zum Einkommen Es macht mehr als nur Sinn, auch mit Menschen zu sprechen die bereits bedeutend mehr erreicht [...]

  3. bluestar

    Ich möchte Daves Meinung noch ausweiten. Es geht sicher nicht nur darum, wie SICHER ein gut bezahlter Job in der einen oder anderen Branche ist. Vielmehr stellt sich mir die Frage, wie viele Menschen denn überhaupt die angeführten Gehaltsregionen erklimmen KÖNNEN!
    Wenn man nicht studiert hat, dann reden wir schon mal prinzipiell von utopischen Gehaltsregionen. (Es sei denn, man steht bei Daimler oder Porsche am Montageband und verdient so viel, wie manch ein Ingenieur in anderen Bereichen.) Aber auch als Studierter in nicht herausragender Position kommt man nur langsam in die zweite, geschweige denn in die dritte Gehaltsrange! Darum finde ich, dass es der Sache hier nicht gut tut, wenn man sich als Diskussionspunkt eine Branche herauspickt, in der deutlich überdurchschnittlich verdient wird.
    Ganz ehrlich: Bei einem Gehalt von 80 … 90′000 Euro ist es letztendlich keine all zu große Kunst, in absehbarer Zeit zur Million zu kommen. Einziges Thema: du musst deinen Konsum unter Kontrolle haben.

    Darum nehme ich den Beitrag mal als speziellen Artikel für die “herausragend Dotierten” unter uns. :-)

    Aber im Kern trägt der Beitrag doch eine wichtiges Detail in sich. Am Anfang unserer “Reise zum Vermögen” fällt es uns zuweilen schwer, das weit entfernte Ziel als realisierbar zu erkennen. Das liegt zum einen darin, dass viele Menschen denken, dass man zum Vermögen nur auf zwei Arten kommen: Lotto / Erben / reich heiraten oder ein überdurchschnittliches Einkommen. Viele wissen nicht, dass man auch mit weit kleinerem “Start- und Sparpotenzial” sehr, sehr viel erreichen kann.
    Und damit kommen wir auf die Aussage des Artikels zurück: Denkt euch erfolgreich, denkt euch “vermögend”, arbeitet an eurer Motivation, eurem Willen und der Vorstellungskraft, es zu schaffen.

  4. webmaster@pfblog.de

    Das stimmt, in der aktuellen Phase sind die Jobs dort alles andere als sicher. Und natürlich opferst Du Deine gesamte Freizeit. Aber im Vergleich wird sehr viel gezahlt, mehr als überlicherweise in anderen Jobs im Angestelltenverhältnis. Für viele ist aber mit 30 nicht mehr die Frage nach der Sicherheit relevant, denn wer richtig durchgezogen hat und mit 22 eingestiegen ist, hat mit 30 schon so viel Geld zusammen, dass er (wenn er nicht gerade über seine Verhältnisse lebt) sich keine Sorgen mehr machen muss. Denn er kann von den Zinsen leben- was letztlich das Ziel der finanziellen Freiheit ist. Ich denke, so geht es vielen Bänkern momentan die Mitte/Ende 30 sind. Beneidenswert, denn ich habe diese Möglichkeit “verschlafen”, weil ich sie so damals nicht gesehen habe.

    Zum Thema Studium: Natürlich ist es in unserer Gesellschaft leichter, höhere Gehaltsregionen zu erklimmen, wenn Du eine gute Ausbildung genossen hast. Deswegen würde ich das immer als Grundlage sehen. Es ist natürlich leicht, als Studierter zu sagen, das Studium bestimme nicht, wieviele Chancen Du hast, reich zu werden. Aber gucke Dir die richtig Reichen, die Milliardäre dieser Welt an. Bill Gates, Mark Zuckerberg, Richard Branson … alles Leute, die nicht zu Ende studiert haben oder nie ein Studium angefangen haben. Der Anteil der Studierten unter den Superreichen ist sehr gering…

  5. Raul

    Hallo webmaster,

    erstmal hast du recht die Gehälter im IB sind astronomisch, aber man muss auch einiges dafür tun. Ich will in diese Richtung gehen und arbeite gerade (Praktikum) bei einem sehr großen Asset Manager im Handelsraum und erstelle dort quantitative Modelle oder baue Trades mit erfahrenen Händlern aus dem Hedge Fonds Bereich. Kann dir sagen das man auch viel dafür lernen muss und die ganz dicken Boni gibt’s es meist auch nur bei den besten Banken. Ein Beispiel dafür wäre sicher GS, hier waren pro Kopf Gehälter von 600-800k Dollar im Jahr normal. Nur erstmal muss man da rein kommen und das ist eher das Problem. Also GS hat schon enorme Ansprüche und aktuell sieht die Lage auch nicht unbedingt günstig bezgl. eines Einstieges aus, in 2 Jahren könnte das ganz interessant werden. Dann werde ich mein Studium beendet haben und versuchen rein zukommen ;)

    Und das mit dem Studium ist einfach nur so dahin gesagt, oder? Ohne Nachzudenken kenne ich sofort den reichsten der Superreichen und der hat studiert -> Warren Buffet.

  6. bluestar

    Hallo Leute,

    ich denke und hoffe nicht, dass ihr meinen Kommentar so verstanden habt, dass ICH der Meinung bin, ohne Studium kann man nicht reich werden. Ich habe bewusst die 0,00000x% der Bevölkerung, die durch herausragende unternehmerische Tätigkeiten mehr oder weniger vermögend geworden sind, in meiner Argumentation außen vor gelassen. Wenn ich diese Personenmenge als Maßstab (für diesen Blog) hernehme, kann ich auch gleich sagen: Leute, spielt Lotto. Hat vermutlich annähernd die gleiche Wahrscheinlichkeit, reich zu werden.

    Wenn das hier ein Blog für eine halbwegig breite Masse sein soll, dann kommt es nicht so sehr darauf an, ob jemand 30′000 Euro heim schleppt oder 300′000 Euro! Es geht hier um Prinzipien und Methoden. Die Überschrift “Die erste Million” ist schon ok, weil natürlich auch Aufmerksamkeit erregend. Aber wenn das rein KONKRETE monetäre Ziel gleich bleiben soll,
    müsste man diese doch in 10 Jahren schon revidieren auf “Die ersten 1,344 Millionen”, da die (angenommenen 3%) Inflation vorangeschritten sind.

    Es ist mir zudem auch klar, dass man gewissen steuerliche Abschreibungen natürklich erst am einem bestimmten Einkommen und damit Einkommensteuersatz sinnvoll einsetzen kann. Und diese Punkte sollen hier sicher auch behandelt werden, weil der Blog ja gerade eine möglichst breite Masse berühren soll.

    Was ich will: Es ist nett, sich am Ziel “EINE Million” entlang zu hangeln. Mehr aber auch nicht. Was der eine für vermögend und reich erachtet, ist doch recht subjektiv. Mancher erreicht sein persönliches Ziel auch mit einem kleineren Einkommen – ein anderer muss für sein Ziel schon mehrere 100Tausend Euro im Jahr verdienen, weil es sonst gar nicht realistisch realisierbar ist. LEtztendlich ist das Einkommen nur EIN Werkzeug auf unserem Weg, dessen Ziel jeder selbst feststeckt. :-)

  7. daniel

    ohne eure kommentare jetzt alle gelesen zu haben, info in erster linie für den webmaster…. ich selbst hatte im juni ein angebot von “der besten bank” (haha), um den gleichen job auszuüben wie beim aktuellen AG: 90 teur p.a. + bonus war da im gespräch. sicherheit und auch viel freizeit waren mir aber wichtiger.

  8. webmaster@pfblog.de

    Hi Daniel, aber wenn Du genauso viel gearbeitet hättest? Dann wäre das doch ein super Angebot gewesen?

    Ich strecke hier an meinem neuen Wohnort so langsam die Fühler aus und muss feststellen, dass viele Angebote einfach nicht überzeugend sind. Das Problem ist meistens, dass Du zwar ein gutes Basisgehalt bekommst, dann aber die Bonuskomponente komplett feht. Das ist ja bei Dir anders. Hättest Du ein wenig mehr von Deiner Freizeit geopfert, hättest Du Dein “Penthouse” wahrscheinlich in der Hälfte der Zeit abbezahlen können ;)

    Bis bald

  9. webmaster@pfblog.de

    Noch ein Nachtrag @Raul (“Und das mit dem Studium ist einfach nur so dahin gesagt, oder?”): Ich habe mir aus Thailand das Buch All the Money in the World mitgebracht und lese es gerade. Dort wird die Frage “Bildung oder nicht?” gründlich untersucht. Ein paar Fakten aus der Forbes-Liste 2006 (siehe Seite 31 im Buch):

    • 244 davon haben ein “Undergraduate Degree”, aber keinen Studienabschluss
    • $5,96 Milliarden der Mitgliederliste von 400 sind im Besitz von Nicht-Studierten
    • $3,14 Milliarden sind im Besitz von Mitgliedern mit Studienabschluss

    Allerdings ist in der Entwicklung über die Zeit auch zu beobachten, dass die Studienabgänger einen immer größeren Anteil ausmachen. Besonders die Bereiche Finance und Technologie haben zum Jahrtausendwechsel für anteilsmäßig höheren Reichtum geführt wie z.B. ggü. dem klassischen Handwerk. Aufgrund der hohen Komplexität dieser Gebiete ist ein Studienabschluss immer notwendiger. Auch das Buch kommt zu dem Fazit, dass ein Studienabschluss die Chancen auf Reichtum gerade in der heutigen Zeit deutlich erhöht.

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