Das Ende der Arbeitslosigkeit und die Entscheidung für das Hamsterrad

Seit der Kündigung Ende Oktober sind jetzt knapp drei Monate vergangen. Es waren ziemlich bewegte Wochen, in denen alles drunter und drüber ging und es sehr “schmutzig” zuging. An dieser Stelle nun eine Wiederholung aller Ereignisse und Gedankengänge bis zur Entscheidung für ein neues Arbeitsverhältnis.

Um die Story von ganz vorne aufzurollen, fange ich im Oktober an. In meinem Arbeitsvertrag stand eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende- eigentlich also Ende November. Eine verdammt kurze Zeit. Zum Glück hat unsere Geschäftsleitung (mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten…) eine Verlängerung um einen Monat, also bis Ende Dezember erstreiten können. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Pläne für die Geschäftsaufgabe schon im Mai existierten… Der Hammer war aber, dass sich das Management der Muttergesellschaft eingebildet hat, die europäischen Aktivitäten in den USA zu konsolidieren. Mit Schadenfreude habe ich beobachtet, wie dieser Plan komplett scheiterte- alle europäischen Kunden sind verloren gengangen, bis auf einen.

Nach der Kündigung sollte der Arbeitgeber gem. einer Regelung im deutschen Sozialgesetzbuch seine Mitarbeiter so weit von der Arbeit freistellen, dass sie sich auf die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle machen können. Dem war aber de facto nicht so, denn es gab keinen Transitionplan und die Abfindungen wurden für jeden einzelnen davon abhängig gemacht, ob die Projekte bis zum Ende sauber abgewickelt wurden. Der November war also komplett Land unter und ein ganzer Monat zog ohne jegliche Bewerbungsaktivität ins Land.

Erst Anfang Dezember konnte ich mich aktiv um eine neue Verdienstmöglichkeit kümmern. Dabei gab es zunächst die Wahlmöglichkeit zwischen:

  1. Selbstständig machen
  2. Angestellter bleiben

Über Option 1 habe ich mit ehemaligen Kunden von mir gesprochen, aber es haben sich aufgrund Finanzkrise und Budgetkürzungen bei Großunternehmen keine Projekte ergeben. Außerdem fühlte ich mich nicht breit genug aufgestellt, um alle Services zu liefern. Der Traum der Selbständigkeit ist nicht gestorben, aber zunächst halte ich es für besser, als Angestellter weiter zu arbeiten. Dabei werde ich aber mehr denn je auf Schritte achten, die ich unternehmen muss, um eine Selbständigkeit vorzubereiten.

Nachdem die Wahl auf Angestelltendasein fiel, hatte ich nun die Wahl, was ich tun möchte. Obwohl ich das eigentlich schon gut eingrenzen konnte, hat mir in diesem Schritt der Bestseller What Color Is Your Parachute? sehr geholfen (deutsche Übersetzung: Durchstarten zum Traumjob). Erfrischend fand ich die Message des Buches, dass Jobsuche im Gegensatz zum letzten Jahrhundert wohl für uns alle -ob selbständig oder nicht- ein ganz normaler, wiederkehrender Prozess ist. Und dass es immer freie und passende Jobs gibt, vorausgesetzt, man ist gewillt, bestimmte Suchmethoden ohne geographische Grenzen anzuwenden.

Ergebnis dieser “Selbstfindung” war, dass ich auf jeden Fall in Richtung Finanzen gehen wollte, wie schon vor einiger Zeit festgestellt. Auch die absolvierte Weiterbildung in 2008 zielte ja auf diesen Bereich ab. Auf der Suche bekam ich auch mehrere Jobangebote in diesem Bereich, aber: ich hätte fast auf eine Einstiegsposition zurück gemusst, hätte ca. 40-50K verdient und hätte mein jetztiges Wissen weggeworfen. Also habe ich weiter gesucht.

Ironischerweise habe ich über viele Irrwege erkennen müssen, dass es einen Bereich gibt, der beides -meine jetztige Erfahrung und das Thema Finanzen- vereint. Ich bin in meinem letzten Job nur indirekt damit in Berührung gekommen, habe dann aber von einem ehemaligen Kunden ein Angebot in diesem Bereich bekommen! So, wie ich leidenschaftlich meine Ausgaben kontrolliere und versuche, diese zu minimieren, werde ich das gleiche jetzt für Unternehmen tun. Die letzten zwei Jahre habe ich in Projektmanagementfunktion etwas ähnliches gemacht, aber sehr technologielastig und mit einem sehr eingeschränkten Aufgabenfeld. Jetzt darf ich mich im “Cost Cutting” richtig austoben :) Es klingt zwar ein bißchen Makaber, aber gerade jetzt ist im Markt der Schrei nach diesen Dienstleistungen enorm hoch. Am 01.Februar geht’s also wieder los. Der variable Gehaltsanteil fällt nicht mehr ganz so hoch aus, dafür bleibt aber das Fixgehalt gleich.

Rückblickend war der Status als Arbeitssuchender und Arbeitsloser eine sehr gute Zeit. Ich habe mir Gedanken gemacht und Dinge kennengelernt, die ich so nicht bemerkt hätte. Ich habe ein neues Aufgabenfeld gefunden, dass meinen Leidenschaften entspricht und in dem meine bisherige Berufserfahrung vollständig anerkannt wird.

Und die Zukunftsperspektive? Auch da habe ich durch die Jobsuche unglaubliche Verdienstmodelle kennengelernt, die ich bis dato gar nicht kannte. Ein Beispiel: Auf selbständiger Basis mit einem Tagessatz von ca. 1.200 Euro zu arbeiten, plus on-top 30% Prozent des Erfolgs als “Cost Cutter” einstreichen. Ein erfahrenerer Kollege hätte so bei Erfüllung der Zielvorgaben 700.000 Euro in einem Jahr verdienen können. Es ist erstaunlich, welche Möglichkeiten sich auftun, wenn man die Suche nicht allzu früh aufgibt…

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2 Reaktionen zu “Das Ende der Arbeitslosigkeit und die Entscheidung für das Hamsterrad”

  1. eachtradingday

    dann viel erfolg im neuen job.

    hoffe wir lesen noch mehr über dein neues aufgabenfeld. vor allem welche costen du so “cutten” tust.

    gruss
    eachtradingday

  2. Markus

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass Du auch aus Deiner neuen Tätigkeit heraus Dein ziel weiter im Auge behälst ( und bloggst ).

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