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Während den letzten Monaten habe ich mir häufig Sorgen um meine Private Equity-Fonds gemacht. Also habe ich mich rückversichert, dass alles in Ordnung ist. Bei einem Besuch der Gesellschafterversammlung meines Fidura Rendite Plus Ethik Fonds wurde zum Glück berichtet, dass der Umsatz der Beteiligungsunternehmen in Zeiten der Finanzkrise sogar gestiegen ist- also alles in Ordnung. Bei meinem Midas-Mittelstandsfonds Nr. 2 gibt es aktuell keinen einzigen Ausfall und der Fonds entwickelt sich sogar etwas über Plan. Anscheinend profitiert der Fonds auch direkt von der Finanzkrise, da Banken nun restriktiver Unternehmenskredite vergeben und dadurch verstärkt von Privatanbietern Mezzanine-Kapital nachgefragt wird. Beim Asia Capital Private Equity Winner wurden wie beschrieben bereits Beteiligungen an Zielfonds eingegangen, von denen aber nur einer eine Unternehmensbeteiligung im Q4 2008 eingegangen ist. Gegenwärtig liegt mir nur der Quartalsbericht Q2 2009 vor, und bis dahin sind keine weiteren Beteiligungen eingegangen worden, die einen Wertverlust hätten erleiden können. Also auch an der Front alles im grünen Bereich. Durch weitere Überlegungen bin ich dann irgendwie auf Private Equity Fonds gestoßen, die sich die Bewertungsabschläge zu Zeiten der Finanzkrise zu Nutze machen: Secondaries. Ein mir bis vor kurzem unbekanntes Investmentvehikel. Diese Fonds wurden verstärkt in den letzten 12 Monaten aufgesetzt. Sie kaufen sogenannte „Secondaries“, also gebrauchte Private Equity-Fondsanteile. Ganz interessant, denn die Beteiligungen werden mit großen Abschlägen auf die ursprünglichen Anschaffungskosten zum aktuellen Fair Value erworben. Die Renditen sind durchaus vielversprechend, da manche Private Equity-Fondsanteile aktuell sehr preisgünstig erworben werden können. Ein weiterer Vorteil ist die kürzere Kapitalbindung, da die Beteiligungen schon einen gewissen Reifegrad besitzen. Die Rückflüsse von durch Dividenden und Veräußerungserlöse setzen damit deutlich früher ein. Durch diese Rahmenbedingungen ist es zu einer Art „Boom“ in Secondaries Markt bekommen, der nicht zuletzt dadurch entstanden ist, dass angesichts Finanzkrise und düsterer Konjunkturlage viele Investoren in Liquiditätsengpässe geraten sind und ihre Beteilgungen abstossen wollen. Nicht zuletzt hat der massive Verlust an den Aktienmärkten zu einer Übergewichtung der Private Equity-Investitionen geführt (sog.“Denominator-Effekt“), die eine Umschichtung bei vielen Investoren erforderlich gemacht hat. Trotz des gestiegenen Volumens im Secondaries-Markt gibt es aktuell ein hohes Überangebot an verfügbaren Fondsbeteiligungen. Viele Verkäufer stehen wenigen Käufern gegenüber und es kommt zum Preisverfall. Die folgende Grafik zeit die Abweichung vom Nettoinventarwert (Quelle: Cogent Partners, 2008): Der Markt geht davon aus, dass in den nächsten Jahren leicht 20% mit Secondaries zu holen sind. Da mir die Secondaries in der momentanen Zeit durchaus interessant erschienen, habe ich mich einmal auf dem Markt umgesehen und folgende Produkte gefunden:
Anstatt in diese Fonds zu investieren, gibt es aber noch eine weitere Möglichkeit für uns Privatanleger. Und zwar direktes Aufkaufen von gebrauchten Beteiligungen. Diese gibt es beispielsweise bei Zweitmarkt.de. Dort gibt es einen Newsletter, in dem täglich alle Verkaufsangebote zusammen gefasst werden. Ich habe ihn seit ca. 2 Wochen abonniert und es gibt tatsächlich sehr interessante Angebote. Das schwierige für mich ist nur die Bewertung von gebrauchen Fondsanteilen. Übrigens sucht auch der Asia Capital Private Equity Winner momentan nach Secondaries, insofern bin ich zumindest zum Teil an der Entwicklung dieser Vehikel beteiligt. Ganz vorbei geht diese Entwicklung also an mir nicht, dennoch überlege ich mir weiterhin, ob es Sinn macht, einen derartigen Fonds zu erwerben. So wie ich „Buy at least one property a year“ zu einem gelebten Grundsatz gemacht habe, könnte ich ja auch sagen „Kauf‘ Dir mindestens einen geschlossenen Fonds pro Jahr“. Dazu mache ich mir aber noch Gedanken in der Zielplanung fü dieses Jahr. |
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10 Reaktionen zu “Private Equity Secondaries”Einen Kommentar schreiben |
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Am 16. Januar 2010 um 21:14 Uhr
Schau mal nach, ich glaube die Verlinkungen des zweiten und dritten Fonds hauen so nicht ganz hin. Eigentlich schade, denn gerade bei diesem Anlagevehikel würde auch ich sehr attraktive Renditen erwarten.
Am 18. Januar 2010 um 10:08 Uhr
Was du leider bei deinem Artikel unter den Tisch fallen lässt, ist die völlige Intransparenz der Kosten. Gerade die Jungs bei RWB sind ja Meister darin, versteckt bis zu 20% Kosten zu berechnen. Von den Kosten, die die Zielfonds abziehen mal ganz abgesehen.
Am 18. Januar 2010 um 16:29 Uhr
Klar haben geschlossene Fonds mehr Gebühren, und ich tendiere momentan auch eher dazu, Aktien zu kaufen als weitere geschlossene Fonds.
Aber manchmal gibt es wirklich interessante Opportunities am Zweitmarkt. So wie heute im Newsletter von Zweitmarkt.de, in dem mein MPC Indien Sachwert Rendite-Fonds zu 85% des Kaufpreises angeboten wird. Vorteil kürzerer Restlaufzeit. inklusive. Das sind für mich ca. 17% verschenkte Rendite insgesamt… Eine Lehre für mich ist, dass man durchaus mit dem Kauf mancher Fonds warten kann.
Am 18. Januar 2010 um 21:16 Uhr
Gibt es für die geschlossenen Fonds auch “Discounter”? Also kann man sich irgendwie das Agio sparen?
Am 19. Januar 2010 um 09:31 Uhr
Natürlich gibt es ab und zu interessante Möglichkeiten am Zweitmarkt bei private Equity. Der Haken ist nur, dass du erst zum Ablauf merkst, was eigentlich für dich übrig bleibt.
Und wenn du dir Sorgen um deine PE-Investments machst ist es (gelinde gesagt) ziemlich blauäugig, sich dann bei der betreffenden Fondsgesellschaft zu informieren ob alles iO ist.
Aber da kommen wir wohl eh nicht auf einen Nenner, da wir ziemlich unterschiedliche Anlagephilosophien haben.
@Uwe: das Agio ist doch gar nicht der springende Punkt. Das sind die offenen Kosten, die bezahlst du am Zweitmarkt natürlich nicht. Es geht darum, dass der Dachfonds versteckte Kosten geltend macht und in Zielfonds investiert, die ebenfalls Kosten abziehen. D.h. du kommst da mal ganz locker auf ne Kostenquote von 20%. Um das aufzuholen musst dein PE-Fonds schonmal um 25% MEHR bringen als zB ein ETF den du über die Börse kaufst.
Am 19. Januar 2010 um 21:49 Uhr
@Nasenmann: Okay, das mit den versteckten Kosten leuchtet mir ein. Aber trotzdem ist PE doch eine andere Assetklasse als ein Indexfonds.
Werden die BVT-Fonds irgendwo kritisch diskutiert? Bei Wallstreet-Online habe ich nicht viel gefunden. Der Games-Fonds ab 5.000 würde mich auch interessieren.
Am 19. Januar 2010 um 22:04 Uhr
Ja, das sind unterschiedliche Anlageklassen. Keine Frage. Aber PE ist meines Erachtens bei diesen kleinen Anlagebeträgen einfach nicht lukrativ.
Schau dich mal bei Finanztest um, da wird zB vor RWB explizit (ua wg den hohen Kosten) gewarnt.
Am 22. Januar 2010 um 21:03 Uhr
Bonjours,
bin gerade auf diesen Beitrag gestoßen und finde ihn sehr interessant, da ich mich zur Zeit mit eine Zweitmarkt-Anlage in einen Windpark beschäftige. Hat vielleicht jemand eine gute (Internet-)Adresse bei der man generell Informationen über die Performance von geschlossenen Fonds (Windkraft, Equity, Immobilien, Schiffe,…) erhalten kann? Gibt es vielleicht einen Blog unter dem Anteilseigner die Bilanzen veröffentlichen oder diskutieren?
@admin: Das ist ein echt toller Blog den ich schon länger verfolge. Schön, dass Du wieder mehr schreibst. Ich verfolge unter http://www.mmui.de ein ähnliches Projekt. Ich wünsche Dir einen tollen Erfolg, zunächst natürlich in Hinblick auf ‘Reach100′.
Gruß,
Arkhad
Am 24. Januar 2010 um 12:58 Uhr
Ich halte die Idee mit dem Zweitmarkt für interessant. Aber könnte es nicht so sein, das die wirklich guten geschlossenen Fonds dort kaum angeboten werden da diese niemand so schnell verkauft?
Am 25. Januar 2010 um 19:43 Uhr
Wenn dein geschlossener Fonds am Zweitmarkt für 85% zu haben ist, dann solltest du in deinen Bilanzen davon ausgehen, dass du in diesem Teil 15% Miese gemacht hast – oder gab es da schon Ausschüttungen?
Von Secondaries etc. würde ich ganz schnell die Finger lassen, vor allem wenn da mit 20% geworben wird..
Merke: Alles, was sich zu gut anhört ist meistens unseriös und riskant.