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Als ich im November darauf hingedeutet habe, dass sich für mich die Möglichkeit ergibt, als Freelancer zu arbeiten, befand ich mich noch mitten in Gesprächen. Jetzt habe ich klare Entscheidungsoptionen und sollte die Weichen bis Ende Januar stellen. Es haben sich jedoch einige Änderungen seit November ergeben. Meine favorisierte und vorgestellte Option war, als Freiberufler bei meinem jetzigen Kunden anzufangen, zu einem Tagessatz von ca. 1.000 Euro. In Gesprächen hat sich aber dann herausgestellt, dass dies aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Was mir aber sofort angeboten wurde, ist eine Festanstellung- zu sehr guten Konditionen. Die Position ist sehr gut, die Entwicklungsmöglichkeiten ebenfalls. Ich würde meinen Marktwert deutlich steigern und könnte in 1-2 Jahren als Freiberufler deutlich mehr bekommen oder auch Aufstiegsmöglichkeiten nutzen. Des Weiteren habe ich ein Alternativangebot zu 600 Euro/Tag, zunächst für 3 Tage die Woche. Damit würde ich durch Selbständigkeitshilfe vom Staat ca. 1.800 Euro netto als Unterstützung bekommen plus 7.200 Euro (3 Tage à 600 Euro x 4 Wochen). Sind ca. 9.000 Euro. Der Haken: es handelt sich um meinen Ex-Arbeitgeber, dessen amerikanische Mutter die Finanzkrise überlebt hat und die jetzt in Europa wieder Geschäft aufbauen will. Ich würde zurückgehen in ein altes (eher langweiliges) Aufgabenfeld und hätte wieder die Unsicherheit, ob die Company überlebt oder nicht. Wie der Cashflow momentan aussieht, ist mir auch schleierhaft. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es keine. Damit bleiben mir zwei Optionen:
Option 1 würde ich nur wegen dem Geld wählen. Option 2 würde ich wegen den Entwicklungsmöglichkeiten und dem Anspruch der Aufgabe wählen. Und das Gehalt ist nicht schlecht. Option 2 erlaubt mir auch, mich als “Experte” zu positionieren und meine Möglichkeiten, mehr Geld zu verdienen, deutlich erweitern. Momentan tendiere ich also eher zu Option 2, obwohl es bei mehr Arbeit weniger Gehalt ist. Bis Ende Januar muss ich mich entscheiden- was meinst Du? |
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12 Reaktionen zu “Die Qual der Wahl: Freiberuflich oder nicht?”Einen Kommentar schreiben |
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Am 18. Januar 2010 um 17:46 Uhr
Meiner Meinung nach eine klare Wahl für Option 2. Die Unsicherheit wäre hierbei gar nicht ein so großer Faktor, sondern vielmehr der Fakt, dass du bereits jetzt sagst, dass es sich eher um langweilige Arbeit ohne große Entwicklungsmöglichkeiten handeln würde.
Der geringere Verdienst bei Option 2 gleicht sich, für mich als externer Betrachter, mehr als aus durch eine anspruchsvollere Aufgabe und bessere Aufstiegs- / Entwicklungsmöglichkeiten. Da du ja immer noch recht jung bist und derzeit – so scheint es – ohne Verpflichtungen in Form eigener Familie, würde ich mich an deiner Stelle für Option 2 entscheiden.
Hierbei wäre jedoch auch noch zu berücksichtigen, ob du die freie Zeit bei Option 1 (immerhin 2 Tage bei normaler Arbeitswoche) nicht eventuell so investieren könntest, dass du dir selber ein weiteres Standbein mit eventuell neuer Einnahmequelle aufbauen könntest. Dies könntest du auch gleichzeitig mit einer anspruchsvolleren und interessanteren Tätigkeit verbinden. Diese Überlegung vermisse ich in deinem Posting.
Am 18. Januar 2010 um 22:08 Uhr
Nimm die 2. Selbstständige praktizieren viel Selbstausbeutung. Du bekommst z.B. nicht die Zeit bezahlt, in der Du Deine Rechnungen schreibst. Dazu kommt dass Du von Deiner Bezahlung ja auch Rente, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung und und und bezahlen musst. Am Ende ist es gar nicht mehr so viel.
Die 2. hört sich sehr gut an. Wenn Die Firma auch noch einen “guten Namen” hat, dann macht sich das super im Lebenslauf.
Am 19. Januar 2010 um 13:20 Uhr
Ich würde auch Option 2 wählen: die erweiterte Expertise wird sich im Endeffekt auszahlen. Bildungsinvestitionen sind im Endeffekt die besten Investitionen. Ich denke, dass Du damit einfach besser fahren wirst.
Am 19. Januar 2010 um 18:47 Uhr
Deinem Schreibstil (positive & negative Wortwahl) nach zu urteilen hast du dich ohnehin selbst schon für Option #2 entschieden ;) Langfristig ist das meiner Meinung nach auch die bessere Lösung.
Liebe Grüße, Mario
Am 19. Januar 2010 um 19:26 Uhr
Nimm Option 3 und platziere Dich als Freelancer bei einem Kunden, der bereit ist Dir einen Tagessatz von >900 Euro zu zahlen. Ich denke, alle die in großen Konzernen arbeiten oder gearbeitet haben wissen, dass es viele von diesen gibt bei denen das Konzept aufgeht. Man muss nur die Kunden finden, die es einem zahlen wollen. Spezialisierung ist meiner Meinung nach hier der Schlüssel. Wenn Du Dich dann noch gut präsentieren kannst (was ich einfach mal unterstelle), wirst Du mit dem sich abzeichnenden Neustart der Realwirtschaft aufsteigen wie eine Rakete :-)
Weiterhin viel Erfolg
Phil
Am 19. Januar 2010 um 21:12 Uhr
so wie ich dich kenne, fühlst du dich bei option 2 wohler ;-)
Am 22. Januar 2010 um 08:20 Uhr
Nimm die 2 Variante. Du kannst mit Deinem Arbeitgeber natürlich auch noch verhandeln, dass Du nebentätigkeit anmelden wirst. So kannst Du Deine Selbständigkeit weiter planen und vielleicht schon mit dem Aufbau beginnen. Das hätte auch den Vorteil, dass Du Dich nicht sofort in Abhängigkeit eines großen Kunden begibst.
Bei Deiner Option 1 kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen, Du kannst garnicht soviel verdienen, dass man Dir Langeweile (oder Unwohlsein !) bezahlen könnte.
Am 22. Januar 2010 um 08:29 Uhr
achso, ein Punkt vielleicht . Als Freelancer sowohl als Freiberufler solltest Du auch mit Deiner Bank sprechen. Da kein regelmäßiges Einkommen mehr vorhanden ist (obwohl deine Einnahmen höher sein können ) verlierst Du an Kreditwürdigkeit. Nur so als Tipp an Rande. Kläre dies im Vorfeld ab.
Am 24. Januar 2010 um 12:49 Uhr
Ich würde immer für eine selbständige Tätigkeit plädieren. Ideal wäre es dann noch wenn du eine eigene Firma gründest, dir Mitarbeiter suchst und damit deine Zeit viel effektiver nutzt. Du könntest dann dein know how viel mehr Unternehmen zur Verfügung stellen und würdest in weniger Zeit das vielfache verdienen. Durch die Vorteile die die Selbständigkeit bietet, kannst du außerdem viel mehr Geld in deine Anlagen investieren und sparst Unmengen an Steuern und sozialen Abgaben welche dir bei deinem hohen Angestellteneinkommen keinen guten Dienst erweisen. Was machst du eigentlich wenn du mal sehr lange krank wirst? Oder berufsunfähig? Oder wenn du eine Auszeit brauchst? Dein Einkommen als Einzelkämpfer würde wegfallen. Die Vorteile ein eigenes Unternehmen zu gründen und zu expandieren, gerade bei deinem Können, sind doch enorm. Stell dir vor du hättest 25 Mitarbeiter a 1000€ Tagessatz und bekommst nur 10-15% davon ab…
Merke: Gewinne sind besser als Löhne!
Lieber 10% vom Einkommen von 100 Leuten, als 100% von meinem Eigenem.
Am 26. Januar 2010 um 00:15 Uhr
Ich würde ganz klar die Anstellung nehmen. Allein schon, weil Dein Arbeitgeber sich zusätzlich zu Deinen Bruttogehalt auch an Deinen Rentenbeiträgen und Deinen Sozialabgaben beteiligt. Zudem gehe ich davon aus, dass Dein Arbeitgeber wohl noch weiter in Dich investieren wird, etwa durch die Finanzierung von Fortbildungen, etc. Ich weis nicht, inwieweit Du deratige Positionen u.U. schon mit einkalkuliert hast. Nicht zu unterschätzen ist zudem die Absicherung in einem Krankheitsfall. Im Angestelltenverhältnis kriegst Du weiterhin Dein Gehalt (zumindest zunächst). Auch diese Sicherheit ist nicht zu unterschätzen.
Gruß,
Arkad
Am 26. Januar 2010 um 11:49 Uhr
Die Absicherungen kann man sich als Unternehmer genau so kaufen, letztendlich bezahlt man als Angestellter die Sicherheit genau so wie als Unternehmer, nur teurer. Ich denke sein Ziel ist es Millionär zu werden, gibt nicht viele Angestellte die das schaffen…
Am 26. Januar 2010 um 18:34 Uhr
@Arkad, da der Webmaster seine Strategie anhand der Rendite ausrichtet und kurzfristig darauf abzielt Millionär zu werden (langfristig halte ich dies auch übers angestelltendasein für eine machbare Aufgabe), kann ich Deine Meinung nicht teilen: Gerade die Rente und die Sozialabgaben machen das “angestellt sein” ja quasi zum Verlustgeschäft.
Die Absicherung im Krankheitsfall muss man sich als Unternehmer natürlich erkaufen, aber ich stimme Michael da völlig zu: Durch das geringere Netto “erkaufe” ich mir diese auch als Angestellter.
Als Unternehmer ist es ja mein Ziel, schlußendlich nicht mehr durch eigene Arbeitskraft Geld zu erwirtschaften, sondern dies anderen zu überlassen. Damit wäre langfristig Rente und Krankheit kein Thema mehr. Ich halte Unternehmertum für einen der besten Wege zur kurzfristigen Million.
Gruß
Phil