Die Qual der Wahl: Freiberuflich oder nicht?

geschrieben am 18.01.2010; 12 Kommentare

Als ich im November darauf hingedeutet habe, dass sich für mich die Möglichkeit ergibt, als Freelancer zu arbeiten, befand ich mich noch mitten in Gesprächen. Jetzt habe ich klare Entscheidungsoptionen und sollte die Weichen bis Ende Januar stellen. Es haben sich jedoch einige Änderungen seit November ergeben.

Meine favorisierte und vorgestellte Option war, als Freiberufler bei meinem jetzigen Kunden anzufangen, zu einem Tagessatz von ca. 1.000 Euro. In Gesprächen hat sich aber dann herausgestellt, dass dies aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Was mir aber sofort angeboten wurde, ist eine Festanstellung- zu sehr guten Konditionen. Die Position ist sehr gut, die Entwicklungsmöglichkeiten ebenfalls. Ich würde meinen Marktwert deutlich steigern und könnte in 1-2 Jahren als Freiberufler deutlich mehr bekommen oder auch Aufstiegsmöglichkeiten nutzen.

Des Weiteren habe ich ein Alternativangebot zu 600 Euro/Tag, zunächst für 3 Tage die Woche. Damit würde ich durch Selbständigkeitshilfe vom Staat ca. 1.800 Euro netto als Unterstützung bekommen plus 7.200 Euro (3 Tage à 600 Euro x 4 Wochen). Sind ca. 9.000 Euro. Der Haken: weiterlesen…

Private Equity Secondaries

geschrieben am 16.01.2010; 10 Kommentare

Während den letzten Monaten habe ich mir häufig Sorgen um meine Private Equity-Fonds gemacht. Also habe ich mich rückversichert, dass alles in Ordnung ist. Bei einem Besuch der Gesellschafterversammlung meines Fidura Rendite Plus Ethik Fonds wurde zum Glück berichtet, dass der Umsatz der Beteiligungsunternehmen in Zeiten der Finanzkrise sogar gestiegen ist- also alles in Ordnung. Bei meinem Midas-Mittelstandsfonds Nr. 2 gibt es aktuell keinen einzigen Ausfall und der Fonds entwickelt sich sogar etwas über Plan. Anscheinend profitiert der Fonds auch direkt von der Finanzkrise, da Banken nun restriktiver Unternehmenskredite vergeben und dadurch verstärkt von Privatanbietern Mezzanine-Kapital nachgefragt wird. Beim Asia Capital Private Equity Winner wurden wie beschrieben bereits Beteiligungen an Zielfonds eingegangen, von denen aber nur einer eine Unternehmensbeteiligung im Q4 2008 eingegangen ist. Gegenwärtig liegt mir nur der Quartalsbericht Q2 2009 vor, und bis dahin sind keine weiteren Beteiligungen eingegangen worden, die einen Wertverlust hätten erleiden können. Also auch an der Front alles im grünen Bereich.

Durch weitere Überlegungen bin ich dann irgendwie auf Private Equity Fonds gestoßen, die sich die Bewertungsabschläge zu Zeiten der Finanzkrise zu Nutze machen: Secondaries. Ein mir bis vor kurzem unbekanntes Investmentvehikel. Diese Fonds wurden verstärkt in den letzten 12 Monaten aufgesetzt. Sie kaufen sogenannte „Secondaries“, also gebrauchte Private Equity-Fondsanteile. Ganz interessant, denn die Beteiligungen werden mit großen Abschlägen auf die ursprünglichen Anschaffungskosten zum aktuellen Fair Value erworben. Die Renditen sind durchaus vielversprechend, da manche Private Equity-Fondsanteile aktuell sehr preisgünstig erworben werden können. Ein weiterer Vorteil ist die kürzere Kapitalbindung, da die Beteiligungen schon einen gewissen Reifegrad besitzen. Die Rückflüsse von durch Dividenden und Veräußerungserlöse setzen damit deutlich früher ein.

Durch diese Rahmenbedingungen ist es zu einer Art „Boom“ in Secondaries Markt bekommen, der nicht zuletzt dadurch entstanden ist, dass angesichts Finanzkrise und düsterer Konjunkturlage viele Investoren in Liquiditätsengpässe geraten sind und ihre Beteilgungen abstossen wollen. Nicht zuletzt hat der massive Verlust an den Aktienmärkten zu einer Übergewichtung der Private Equity-Investitionen geführt (sog.“Denominator-Effekt“), die eine Umschichtung bei vielen Investoren erforderlich gemacht hat. Trotz des gestiegenen Volumens im Secondaries-Markt gibt es aktuell ein hohes Überangebot an verfügbaren Fondsbeteiligungen. Viele Verkäufer stehen wenigen Käufern gegenüber und es kommt zum Preisverfall. Die folgende Grafik zeit die Abweichung vom Nettoinventarwert (Quelle: Cogent Partners, 2008):

Der Markt geht davon aus, dass in den nächsten Jahren leicht 20% mit Secondaries zu holen sind. Da mir die Secondaries in der momentanen Zeit durchaus interessant erschienen, habe ich mich einmal auf dem Markt umgesehen und weiterlesen…

Bilanz 2009 – Teil 1

geschrieben am 10.01.2010; 4 Kommentare

An alle ein frohes neues Jahr!

Das Jahr 2007 habe ich mit einer vernünftigen Bilanz abgeschlossen, und zwar in drei Teilen:

Im Jahr 2008 gab es dann irgendwie keine Bilanz und auch keine Zieldefinition. Für das Jahr 2009 möchte ich etwas Vernünftiges aufstellen, damit ich weiß, wo ich stehe. Oft greife ich mangels Zieldefinition für 2009 auf den Jahresabschluss 2007 zurück.

Fangen wir mit Teil 1 an. Witzigerweise habe ich jetzt -nicht ein sondern zwei Jahre später- die Ziele erreicht, die ich mir in Teil 3 in 2007 aufgestellt habe:

  1. Ich habe eine weitere Immobilie erworben: Ja, in 2008 und 2009 zwei Stück. Eine davon hat auch die avisierten zwei Zimmer. Allerdings habe ich Sie nicht zu 30% des Verkehrswerts erworben und habe meine stillen Reserven nicht auf 100.000 Euro erhöht. Die stillen Reserven betragen nun insgesamt 67,2k Euro (28k Immobilie 1, 15,5k Immobilie 2, 23,7k Immobilie 3).
  2. Portfolio (Aktien, Fonds) hat eine Größe von 50.000 Euro erreicht : Im November 2007 betrug der Wert meines Portfolios 23.062,95 Euro. Für 2008 hatte ich mir vorgenommen, den Wert auf 50.000 Euro zu erhöhen. Ganz knapp erreicht mit 47.641 Euro:
  3. Portfoliorendite liegt bei 12%:  Leider kann ich nicht mehr nachvollziehen, wie die Performance in 2008 war. Die Finanzkrise hat in dem Jahr sicherlich zu einer negativen Performance geführt. Über 2009 kann ich aber sagen, dass ca. 2.172 Euro auf Wertsteigerungen zurückzuführen sind. Das entspricht zwar nicht den avisierten 5.000 Euro, was auch daran liegt, dass viel Geld in geschlossenen Fonds gebunden ist, die frühestens 2011 mit Ausschüttungen starten: weiterlesen…

Gastbeitrag: Denkmalschutzimmobilie

geschrieben am 05.01.2010; 10 Kommentare

410.000,-Der webmaster hat mir bereits den ein oder anderen Kontakt weitergeleitet, bei dem es um die Finanzierung von Denkmalschutzimmobilien ging. Auch beim Blick aus meiner Küche sehe ich derzeit täglich auf eine zu verkaufende Denkmalschutzimmobilie (Foto). Und nicht zuletzt fragen auch immer wieder meine Kunden im Job danach. Ich werde also ständig damit konfrontiert, habe persönlich aber nur begrenzt Erfahrungen damit gesammelt. Das wollte ich ändern und habe mich in den letzten Tagen intensiver damit beschäftigt. Das Ergebnis will ich in diesem Artikel in Form der wichtigsten Vor- und v. a. auch Nachteile einer Denkmalschutzimmobilie auflisten. Dies dürfte für viele Leser auf dem Weg zur Million, die an eine Immobilie als Kapitalanlage denken, interessant sein. Bei meiner Betrachtung geht es ausschließlich um Wohnungen in denkmalgeschützten Mehrfamilienhäusern – nicht um Ein- oder Zweifamilienhäuser, die meist eher zur Eigennutzung erworben werden.

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