Regel Nummer 1: Schritt 1

geschrieben am 03.04.2010; 10 Kommentare

Im März 2009, also vor ca. einem Jahr, habe ich das erste Mal über das Buch „Regel Nummer 1“ geschrieben  (Regel Nummer 1) . Regel Nummer 1 ist eine Methode, Aktien nach einer bestimmten Methode zu analysieren und dann Baissephasen zu nutzen, um diese aufzukaufen. Nach dieser Methode kauft auch Warren Buffett, der reichste Investor der Welt, seine Aktien.

Ich hatte mir vor einem Jahr zwar einige Aktien auf die Watchlist genommen, die ich weiter analysieren wollte, allerdings bin ich dazu aufgrund von akutem Zeitmangel nie gekommen. Im Nachhinein ziemlich ärgerlich, da alle Aktien gestiegen sind. Umso mehr habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, eine Regel-1-Aktie zu finden und ins Depot zu legen. Daher zwinge ich mich jetzt, den Prozess Schritt für Schritt zu durchlaufen.  Aktuell lese ich das Buch Payback Time von Phil Town, dem Nachfolger seines Buchs „Rule No. 1“.  Es geht mehr auf das Fundament der Investmentregel ein, als das bisherige Buch.

Zu Beginn macht Phil Town dem Leser bewusst, dass eine Aktie nicht nur eine Aktie ist. Wenn Du eine Aktie kaufst, wirst Du Teilhaber eines Unternehmens, und das solltest Du als Aktionär stets im Bewusstsein haben. Diese Einstellung hatte ich in der Vergangenheit nicht so richtig.  Es ging mir hauptsächlich darum, kurzfristig einem heißen Aktientipp nachzugeben und dem schnellen Profit hinterher zu rennen- ein völlig falscher Ansatz. Auch wenn es viele Punkte an meiner Übergewichtung von geschlossenen Fonds zu kritisieren gibt, so hat das ganze doch einen Nutzen:

  • Durch Beitritt in einen geschlossenen Fonds bin ich Gesellschafter einer Personengesellschaft (meist einer KG) geworden. Diese unternehmensnahe Form eines Fonds hat mir sehr wohl das Bewusstsein geschaffen, dass ich Teilhaber einer Unternehmung geworden bin, mit der ich bis zum Laufzeitende durch dick und dünn gehen muss.
  • Ich bin geduldig mit Investments geworden. Investments machen nicht über Nacht reich, sondern sie wachsen natürlich und langsam in Korrelation zu realen Größen wie Eigenkapital, Umsatz und Gewinn. Auch in schwierigen Zeiten (MPC Indien…) bin ich gezwungen, an einem Investment festzuhalten, da ich die geschlossenen Fonds nicht einfach liquidieren kann. Das ist auch der Fall bei Aktien, denn halte ich  an Aktien in einer Baisse fest und verkaufe ich nicht, ist noch kein Verlust entstanden. Ich muss mich darauf verlassen, dass der Wert der Aktie wieder steigt und letztlich auf einem Niveau landet, der den wirklichen Unternehmenswert wiederspiegelt.
  • Die in geschlossenen Fonds gebundene Liquidität hat mich daran gehindert, ohne Methode Geld in Aktientipps zu schmeißen. Wenn die Fonds mit ersten Ausschüttungen beginnen, wird meine Fähigkeit vorhanden sein, vernünftig nach Regel 1 in Aktien zu investieren.

Nach Phil Town (und auch Warrren Buffett) sollte man unbedingt die Finger von Unternehmen lassen, die man nicht versteht. Im ersten Schritt weiterlesen…

Rule # 1 / Regel Nr. 1

geschrieben am 22.03.2009; 13 Kommentare

Nun endlich habe ich ein Buch gelesen, dass mir ein Leser in seinem Kommentar Mitte letzten Jahres empfohlen hat: Regel Nummer 1 von Phil Town. Bevor ich in das Buch einsteige, ein kurzer Rückblick über meine Investmenterfolge bzw. -verluste.

In den letzten zwei Jahren habe ich viele Investmentvehikel ausprobiert, um richtig große Renditen zu erzielen. Zuerst CFDs, die große Gewinne bringen aber meistens noch größere Verluste. Obwohl Leser immer wieder behaupten, dass sie mit CFDs konstant positive Renditen erwirtschaften, bin ich der Meinung, dass es sich um Spekulation handelt. Auch Zertfikate, Aktienfonds oder Optionsscheine- alles hat mir letztes Jahr Verluste gebracht. Nur die konsequenten Stoppkurse haben mich vor größeren Verlusten bewahrt, die mittlerweile wahrscheinlich schon im guten fünfstelligen Bereich gewesen wären. Meine Meinung: alles Spekulation.  Denn wer kann die volkswirschaftliche Lage, viele hundert Einzelaktien in einem Fonds oder die Determinaten einer Indexentwicklung wirklich vollständig greifen? Auf dem Weg habe ich zunächst mal schon die Erkenntnis gewonnen, dass es einen Unterschied zwischen Spekulieren und Investieren gibt, um man eigentlich nur Investieren sollte.

Was hat mir Geld gebracht? Konservative Einzelanleihen, deren Rendite allerdings sehr gering ist. Geld verloren habe ich aber z.B. mit Emerging Markets Anleihen, deren Kurswerte in der Krise mächtig unter die Räder gekommen sind (-20%). Die geschlossenen Fonds entwickeln sich nach Plan und sollten unterm Strich gute Renditen erwirtschaften- die Auszahlungen bleiben aber abzuwarten. Und Immobilien haben mir wahrscheinlich das meiste Geld gebracht.  Die Gemeinsamkeit dieser drei “Assetklassen”: Bis auf eine Ausnahme sind die Renditen im vornherein kalkulierbar. Ob ich eine Anleihe kaufe, eine Immobilie so günstig einkaufe, dass sie sich selbst abbezahlt und darüberhinaus noch Cashflow produziert, oder ob ich einen geschlossenen Fonds kaufe (Ausnahme: Private Equity), der in im Vorab kalkulierte Projekte wie Immobilien oder Mezzanine investiert- bei allen handelt es sich um eine Investition, da Renditen weitestgehend im Voraus bestimmt werden können (obwohl ein Restrisiko natürlich verbleibt).

In diesen Assetklassen werde ich auch weiterhin arbeiten, aber eine wichtige und renditestarke Assetklassen fehlt mir: Aktien. Das Problem mit Aktien ist, dass sie mir schon im Jahr 2000 große Verluste gebracht haben. Ich möchte mal kurz mein Vorgehen beschreiben, wie ich damals Aktien gekauft habe: Wir alle wissen, dass in der Hype-Zeit 1999/2000 gar keine Zeit für eine umfassende Betrachtung einer Einzelaktie gab, da man vielleicht die ersten +100% Wertentwicklung verschlafen hätte. Also habe ich mich bemüht, so früh morgends wie möglich den Aktionär zu kaufen und später auch mehrere der zahlreichen “Börsen-Spezialbriefe”. Kurz nach der Aktienemfehlung geschaut (markiert mit einem grünen Pfeil nach oben!), die die meiste Wertentwicklung versprach- schwupps und die Order war plaziert. Noch bessere Wertentwicklung gab’s, als ich Begann, auf der Vorabend-Hot-Stock-Hotline anzurufen, um noch am selben Abend die Order zu plazieren. Umsatz, Eigenkapital? Kennzahlen über Unternehmensentwicklung? Egal, denn man musste schnell agieren. Und genauso schnell waren auch die Verluste angehäuft.

Das war ein großer Fehler. Ich habe nie die fundamentalen Unternehmensdaten analysiert. Das werde ich jetzt mit dem Rule # 1-Ansatz ändern. Die Regel Nr. 1 beschreibt einen allumfassenden Analyseansatz, der auf den Ansätzen von Warren Buffett und Benjamin Graham beruht. An dieser Stelle möchte ich kurz das Framework vorstellen, mit dem ein Unternehmen analysiert werden soll. weiterlesen…

Besuch der DPWN-Hauptversammlung

geschrieben am 27.06.2008; 7 Kommentare

Ich weiß nicht, ob Du schonmal an einer Hauptversammlung teilgenommen hast. Der Besuch der Hauptversammlung der Deutschen Post am 06. Mai 2008 war jedenfalls meine erste Hauptversammlung. Mein Bericht ist deswegen sicherlich nicht an die Hauptversammlungs-Profis gerichtet, sondern adressiert Dich eher, wenn das Thema für Dich neu ist.

Die “Eintrittskarte” habe ich mir am 24. Januar besorgt: Eine Namensaktie der Deutschen Post mit WKN 555200 zu einem Kurswert von 21,23 EUR. Da es sich um eine Namensaktie handelt ist bei der Deutschen Post auch meine Adresse in das Aktienregister eingetragen worden, an die ich wenig später die Einladung zur Hauptversammlung bekam. Diese enthielt auch die Tagesordnungspunkte, über die in der HV abgestimmt werden muss.

Als ich dort ankam, glaubte ich der Einzige zu sein, der Urlaub genommen hatte. Denn neben Fondsmanagern und Kleinanlegerschutzvertretungen waren nur Rentner anwesend.

DPWN Hauptversammlung 2008

Nach einer Sicherheitskontrolle weiterlesen…

Transaktion #3: Verkauf Supalai (WKN: 121232)

geschrieben am 29.05.2007; 0 Kommentare

Ca. 1,5 Jahre ist es her, als ich für ein längeres Outsourcing Projekt für ein paar Monate in Indien war. Wie wild wurde dort gebaut, insbesondere in größeren Städten, in denen “High-Tech”-Parks entstanden. Ein Ende dieses Trends war nicht abzusehen, also suchte ich nach kleinen Aktien, die von diesem Aufschwung profitieren.

Da ich als Ausländer in Indien kein Depot eröffnen durfte, war ich auf solche Werte angewiesen, die auch im Heimatland notiert wurden. Ein Versuch war der Zementhersteller Gujarat Ambuja (WKN: 908715), den ich nach einem kleinen Gewinn wieder verkaufte. Durch ein Abonnement eines Emerging-Market-Börsenbriefes wurde ich aber auch auf Supalai (WKN: 121232) aufmerksam, einen thailändischen Wert der Baubranche.

Er stieg zunächst um gut 50%, aber ich wollte weiter halten. Dann kam der Putsch in Thailand vor ca. einem halben Jahr, und die Unsicherheit sorgte für einen kräftigen Kursrückgang auf nur noch 30% Gewinn. Seitdem hat sich die Lage in Thailand nicht sehr verändert. Der Wert machte bei sehr geringen Umsätzen teilweise sehr kräftige Ausschläge nach oben und unten, da fast gar keine Liquidität an den Börsen hierzulande vorhanden ist.

Fazit: Ich gucke mir das nicht länger an. Ich warte nicht darauf, dass es Thailand besser geht. Und mir geht die eingeschränkte Liquidität sehr gegen den Strich, da sich kein richtig konstanter Wert für die Position feststellen lässt. Also habe ich einen Limitverkauf in den Markt gelegt, um mich diesen Wertes zu entledigen (illiquide Werte unbedingt mit Limitorder, da es sonst zu einer Ausführung mit hohem Verlust kommen kann!).

Eine Investingregel könnte sein, keine Lieblingsaktien zu haben, an denen man ewig festhält, obwohl diese nicht mehr performen. Es ist einfach ein Stück Papier, dass sich nicht entwickelt, und in dem Geld gebunden ist, das woanders besser angelegt wäre.