Die Qual der Wahl: Freiberuflich oder nicht?

geschrieben am 18.01.2010; 12 Kommentare

Als ich im November darauf hingedeutet habe, dass sich für mich die Möglichkeit ergibt, als Freelancer zu arbeiten, befand ich mich noch mitten in Gesprächen. Jetzt habe ich klare Entscheidungsoptionen und sollte die Weichen bis Ende Januar stellen. Es haben sich jedoch einige Änderungen seit November ergeben.

Meine favorisierte und vorgestellte Option war, als Freiberufler bei meinem jetzigen Kunden anzufangen, zu einem Tagessatz von ca. 1.000 Euro. In Gesprächen hat sich aber dann herausgestellt, dass dies aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Was mir aber sofort angeboten wurde, ist eine Festanstellung- zu sehr guten Konditionen. Die Position ist sehr gut, die Entwicklungsmöglichkeiten ebenfalls. Ich würde meinen Marktwert deutlich steigern und könnte in 1-2 Jahren als Freiberufler deutlich mehr bekommen oder auch Aufstiegsmöglichkeiten nutzen.

Des Weiteren habe ich ein Alternativangebot zu 600 Euro/Tag, zunächst für 3 Tage die Woche. Damit würde ich durch Selbständigkeitshilfe vom Staat ca. 1.800 Euro netto als Unterstützung bekommen plus 7.200 Euro (3 Tage à 600 Euro x 4 Wochen). Sind ca. 9.000 Euro. Der Haken: weiterlesen…

Das Ende der Arbeitslosigkeit und die Entscheidung für das Hamsterrad

geschrieben am 31.01.2009; 2 Kommentare

Seit der Kündigung Ende Oktober sind jetzt knapp drei Monate vergangen. Es waren ziemlich bewegte Wochen, in denen alles drunter und drüber ging und es sehr “schmutzig” zuging. An dieser Stelle nun eine Wiederholung aller Ereignisse und Gedankengänge bis zur Entscheidung für ein neues Arbeitsverhältnis.

Um die Story von ganz vorne aufzurollen, fange ich weiterlesen…

Wie die Finanzkrise zu einer Kündigung führte

geschrieben am 30.10.2008; 11 Kommentare

Es soll ja auch spannend bleiben auf diesem Blog. Deswegen eine kleine Geschichte darüber, wie das Management einer Venture-Capital-finanzierten Company plötzlich den Rotstift zog und damit das ganze europäische Business auslöschte. (Anmerkung: Die Ausführungen sind so gestaltet, dass die Identitäten juristischer und natürlicher Personen geschützt bleiben.)

Es war einmal… ein schlauer amerikanischer Wissenschaftler, der etwas erfand, mit dem Unternehmen viel Geld sparen können. Er suchte sich Venture-Capital, um auf Basis dieser Idee ein Unternehmen aufzubauen. Sogar im Jahr 2000 bekam er dafür Kapital. Außerdem wurde ihm ein scheinbar fähiges Managementteam zur Seite gestellt. Das Konzept ging auf, sparte den Fortune 500 sehr viel Geld ein und die Firma wuchs. Etwa vier Jahre später wurde von Amerika nach Europa expandiert, indem eine “Satellitenorganisation” in Deutschland gegründet wurde, um den europäischen Markt zu bearbeiten. Auch diese deutsche Tochter verzeichnete jährlich dreistellige Zuwächse beim Umsatz und in der Mitarbeiterzahl. Ihr schloss sich auch jemand an, der einen recht “sicheren” Job in einem großen Beratungshaus gegen einen Job in diesem Startup eintauschte.

Ab 2006 entwickelte das C-Level brillante Ideen, wie durch Erschließung neuer Geschäftsfelder die Umsätze raketenartig in die Höhe schnellen sollten. Mehrere Millionen Dollar wurden investiert weiterlesen…

Aus aktuellem Anlass: Jobsicherheit & finanzieller Schutz

geschrieben am 26.07.2007; 6 Kommentare

Etwa ein Jahr ist es her, als ich ein Fortune 500 Beratungshaus verlassen habe, um in einem kleinen Startup die Herausforderung zu suchen. Eine spannende Zeit: wir mussten den Laden expandieren, mit dem Ziel, eines Tages den Exit machen zu können und unsere Aktienoptionen zu verkaufen. Unsere Aufgaben haben wir in einem GmbH-Mantel erledigt, der zu 100% der amerikanischen Mutter gehört.

Nun das Problem: Unsere vier großen Investoren warten nunmehr schon seit 7 Jahren darauf, dass das Gesamtgeschäft Cashflow-positiv wird, damit das Unternehmen verkauft werden kann. Normalesweise peilen Investoren einen Zeitraum von 4-5 Jahren an. Wir im Europageschäft sind schon lange Cashflow-positiv, aber die Ergebnisse werden in unserer Mutter konsolidiert, die immer noch nicht Cashflow-positiv ist. Unsere Investoren üben nun Druck aus. Nach vielen Kosteneinsparmaßnahmen kam jetzt die unsinnige Idee, die gesamten Beratungsleistungen outzusourcen, um so mit Schwankungen in der Auslastung besser umgehen zu können.

Genau diese Maßnahme, von der wir von einen Tag auf den anderen erfuhren, betrifft auch meinen Job. Mitspracherechte haben wir kaum, da die GmbH nicht uns gehört. Würde uns das Unternehmen gehören, könnten wir selbst entscheiden, aber den Luxus haben wir als Angestellte nicht. Wir sind dabei, verschiedene Optionen durchzudenken und werden sicher zu einer brillianten Lösung kommen.

Egal, ob Du Dich in Sicherheit wähnst oder nicht- als Angestellter kann man ganz schnell auf dem Abstellgleis landen, ohne darauf Einfluss zu haben. Und gerade dann ist es so wichtig, finanziellen Schutz, den sog. "Notgroschen" zu haben. Das gilt natürlich auch dann, wenn Du selbständig bist. Der finanzielle Schutz ist Geld, das für etwa 6 Monate reicht, um überleben zu können. Es müssen alle laufenden Kosten abgedeckt werden können, z.B.:

  • Miete, Hypotheken
  • Strom
  • Versicherungen
  • Haushaltsgeld/Essen
  • Telefon
  • Kredite
  • evtl. Altersvorsorge
  • sonst. festlaufende Verträge

Natürlich kann man sich in der Zeit, in der man von seinem finanziellen Schutz lebt, noch weiter einschränken. In der Zeit kannst Du Dich dann ganz in ruhig nach neuen Möglichkeiten umschauen oder auch zum Kräfte sammeln in einem preiswerten Land wie Asien Urlaub machen. Du kommst so nicht in Not, das erstbeste Angebot annehmen zu müssen, da Du immernoch Wahlmöglichkeiten hast.

Ich bräuchte monatlich etwa 1.500 Euro. Mein benötigter finanzieller Schutz beträgt (x 6 Monate) ca. 9.000 Euro. Idealerweise sollte ich das Geld natürlich am besten physisch griffbereit gelagert haben (im Safe) oder auf Tagesgeldkonten täglich verfügbar und sicher geparkt haben. Ich muss aber zugeben, dass das bei mir im Moment nicht der Fall ist. Ich habe immer soviel Bargeld, dass ich einen Monat überleben kann. 9.000 Euro an sicheren Anlagen habe ich aber nicht, da der Markt momentan so verlockend ist. Ich könnte aber sehr schnell eincashen und könnte locker 6 Monate überleben. Insofern bin ich momentan sehr gelassen.

Ist das auch bei Dir der Fall?



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