Rule # 1 / Regel Nr. 1

geschrieben am 22.03.2009; 13 Kommentare

Nun endlich habe ich ein Buch gelesen, dass mir ein Leser in seinem Kommentar Mitte letzten Jahres empfohlen hat: Regel Nummer 1 von Phil Town. Bevor ich in das Buch einsteige, ein kurzer Rückblick über meine Investmenterfolge bzw. -verluste.

In den letzten zwei Jahren habe ich viele Investmentvehikel ausprobiert, um richtig große Renditen zu erzielen. Zuerst CFDs, die große Gewinne bringen aber meistens noch größere Verluste. Obwohl Leser immer wieder behaupten, dass sie mit CFDs konstant positive Renditen erwirtschaften, bin ich der Meinung, dass es sich um Spekulation handelt. Auch Zertfikate, Aktienfonds oder Optionsscheine- alles hat mir letztes Jahr Verluste gebracht. Nur die konsequenten Stoppkurse haben mich vor größeren Verlusten bewahrt, die mittlerweile wahrscheinlich schon im guten fünfstelligen Bereich gewesen wären. Meine Meinung: alles Spekulation.  Denn wer kann die volkswirschaftliche Lage, viele hundert Einzelaktien in einem Fonds oder die Determinaten einer Indexentwicklung wirklich vollständig greifen? Auf dem Weg habe ich zunächst mal schon die Erkenntnis gewonnen, dass es einen Unterschied zwischen Spekulieren und Investieren gibt, um man eigentlich nur Investieren sollte.

Was hat mir Geld gebracht? Konservative Einzelanleihen, deren Rendite allerdings sehr gering ist. Geld verloren habe ich aber z.B. mit Emerging Markets Anleihen, deren Kurswerte in der Krise mächtig unter die Räder gekommen sind (-20%). Die geschlossenen Fonds entwickeln sich nach Plan und sollten unterm Strich gute Renditen erwirtschaften- die Auszahlungen bleiben aber abzuwarten. Und Immobilien haben mir wahrscheinlich das meiste Geld gebracht.  Die Gemeinsamkeit dieser drei “Assetklassen”: Bis auf eine Ausnahme sind die Renditen im vornherein kalkulierbar. Ob ich eine Anleihe kaufe, eine Immobilie so günstig einkaufe, dass sie sich selbst abbezahlt und darüberhinaus noch Cashflow produziert, oder ob ich einen geschlossenen Fonds kaufe (Ausnahme: Private Equity), der in im Vorab kalkulierte Projekte wie Immobilien oder Mezzanine investiert- bei allen handelt es sich um eine Investition, da Renditen weitestgehend im Voraus bestimmt werden können (obwohl ein Restrisiko natürlich verbleibt).

In diesen Assetklassen werde ich auch weiterhin arbeiten, aber eine wichtige und renditestarke Assetklassen fehlt mir: Aktien. Das Problem mit Aktien ist, dass sie mir schon im Jahr 2000 große Verluste gebracht haben. Ich möchte mal kurz mein Vorgehen beschreiben, wie ich damals Aktien gekauft habe: Wir alle wissen, dass in der Hype-Zeit 1999/2000 gar keine Zeit für eine umfassende Betrachtung einer Einzelaktie gab, da man vielleicht die ersten +100% Wertentwicklung verschlafen hätte. Also habe ich mich bemüht, so früh morgends wie möglich den Aktionär zu kaufen und später auch mehrere der zahlreichen “Börsen-Spezialbriefe”. Kurz nach der Aktienemfehlung geschaut (markiert mit einem grünen Pfeil nach oben!), die die meiste Wertentwicklung versprach- schwupps und die Order war plaziert. Noch bessere Wertentwicklung gab’s, als ich Begann, auf der Vorabend-Hot-Stock-Hotline anzurufen, um noch am selben Abend die Order zu plazieren. Umsatz, Eigenkapital? Kennzahlen über Unternehmensentwicklung? Egal, denn man musste schnell agieren. Und genauso schnell waren auch die Verluste angehäuft.

Das war ein großer Fehler. Ich habe nie die fundamentalen Unternehmensdaten analysiert. Das werde ich jetzt mit dem Rule # 1-Ansatz ändern. Die Regel Nr. 1 beschreibt einen allumfassenden Analyseansatz, der auf den Ansätzen von Warren Buffett und Benjamin Graham beruht. An dieser Stelle möchte ich kurz das Framework vorstellen, mit dem ein Unternehmen analysiert werden soll. weiterlesen…

Depot abgesichert gegen US-Hypothekenkrise

geschrieben am 10.08.2007; 1 Kommentar

Nach einem kurzen Rebound gehen die Märkte weiter nach unten. Jeden Tag gibt es neue Nachrichten über die Folgen der US-Immobilienkrise: Fondsschließungen, Insolvenz- bzw. Chapter 11-Anträge in den USA, etc. Dass die Notenbanken weltweit einige hundert Milliarden in die Märkte gepumpt haben -wie zuletzt am 11. September 2001- zeigt, wie ernst die Situation ist.

Damit ich am Wochenende ruhig schlafen kann, habe ich mein Portfolio abgesichert. Genau dasselbe würde ich im Moment euch auch empfehlen, bis die Krise ausgestanden ist. Zur Absicherung der Hälfte meines Portfolios habe ich einen CFD auf den Dow Jones verkauft, mit einem Gegenwert von ca. 10.000 Euro. Ihr könnt natürlich auch andere Instrumente wählen, sicher gibt’s da geeignetere Werte. Desweiteren liegen Stoppkurse für alle Werte im Depot, von denen der eine oder andere vielleicht ausgelöst wird, wenn’s so weiter geht. Augen zu und durch…

Absicherungsstrategien für wilde Zeiten an den Aktienmärkten

geschrieben am 27.07.2007; 7 Kommentare

Einige Freunde kontaktieren mich nun und fragen, was mit den Märkten und ihren Depots los ist. Alles verkaufen?

Ich selbst wurde auch ein wenig überrascht. Zumal ich beruflich unterwegs war und die Märkte nicht weiter verfolgt habe. In den letzten drei Tagen hat mein Depot ca. 700 Euro verloren.

Die weltwirtschaftlichen Risiken steigen zwar:

  • Steigende Zinsen: Führen dazu, dass die Anzahl und Größe der größtenteils fremdfinanzierten M&A Deals abnimmt und die M&A Phantasie aus den Kursen herausgenommen wird. Außerdem gibt es eine direkte Auswirkung auf die Hypothekenkrise in den USA.
  • Hypothekenkrise: Gefahr hoher Verluste durch Kredite mit wenig Bonität, zunächst im Banken- und Immobiliensektor in den USA, dann aber auch Ausweitung auf Gesamtwirtschaft.

Aber mal ehrlich, davor ist der Markt rasant gestiegen und alle kürzlichen Neuanschaffungen sind im Plus. An eine komplette Umkehr glaube ich nicht. Zum einen, weil die Hypothekenkrise durch riesige Kreditinstitute mit hoher Liquidität noch locker aufgefangen werden kann. Es ist außerdem weiterhin so unglaublich viel Liquidität im Markt, Geld also, das irgendwo investiert werden will, auch wenn die Zinsen steigen. Wir sind lange noch nicht auf dem Niveau von 2000, gemessen an den Unternehmensgewinnen. Und außerdem steht der DAX noch nicht in der Bildzeitung mit der Aufforderung an die Leser, schnell noch zu investieren (März 2000…).

Im Moment bieten sich Dir zur Absicherung zwei Strategien an, von denen ich nur erstere umgesetzt habe:

  1. Stoppkurse setzen: Bestimme Deinen maximal tragbaren Verlust und setze entsprechend Stoppkurse
  2. Shortabsicherung der Portfolios: Gehe short auf ein Instrument, dass Deinen Investmentbereich am besten abbildet. Da ich sehr stark in Asien investiert bin, könnte ich z.B. einen CFD auf den Hang Seng Index mit einem Gegenwert von 22.500 Euro verkaufen, um so mein Portfolio von ca. 18.000 gegen Verluste abzusichern. Während das Portfolio Verluste macht, mache ich mit dem CFD gewinne.

Meine Einschätzung ist allerdings: Nach einem so herrlichen Sommer, in dem die Märkte normalerweise seitwärts schaukeln, ist eine Korrektur eine gute Voraussetzung um Luft zu holen für eine schöne Jahresendrally. Falls es wirklich an der Zeit ist, mal auf Anleihen umzuschichten, habe ich schon hervorragende Papiere ausgesucht, die ich dann beizeiten vorstellen werde.

CFD-Verlust ausgeglichen: 241% in 16 Std.

geschrieben am 20.04.2007; 8 Kommentare

Beim ersten Gehversuch mit CFDs hatte ich auf meinem Konto einen Verlust von 70 EUR zu verbuchen, geblieben sind 930 EUR (siehe CFD-Test beendet: Glattstellen). Den Verlust konnte ich jetzt wieder ausgleichen, und zwar wieder durch das GERMAN30-Instrument. Gestern war der DAX um 09:54 noch für preiswerte 7.184 Punkte zu haben. Eine etwas übertriebene Korrektur ging dem voraus, so dass ich mich optimistisch mit 3 GERMAN30-CFDs eingedeckt habe. Gestern und besonders heute ging’s dann wieder übertrieben nach oben, weiterlesen…