Die Qual der Wahl: Freiberuflich oder nicht?

geschrieben am 18.01.2010; 12 Kommentare

Als ich im November darauf hingedeutet habe, dass sich für mich die Möglichkeit ergibt, als Freelancer zu arbeiten, befand ich mich noch mitten in Gesprächen. Jetzt habe ich klare Entscheidungsoptionen und sollte die Weichen bis Ende Januar stellen. Es haben sich jedoch einige Änderungen seit November ergeben.

Meine favorisierte und vorgestellte Option war, als Freiberufler bei meinem jetzigen Kunden anzufangen, zu einem Tagessatz von ca. 1.000 Euro. In Gesprächen hat sich aber dann herausgestellt, dass dies aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Was mir aber sofort angeboten wurde, ist eine Festanstellung- zu sehr guten Konditionen. Die Position ist sehr gut, die Entwicklungsmöglichkeiten ebenfalls. Ich würde meinen Marktwert deutlich steigern und könnte in 1-2 Jahren als Freiberufler deutlich mehr bekommen oder auch Aufstiegsmöglichkeiten nutzen.

Des Weiteren habe ich ein Alternativangebot zu 600 Euro/Tag, zunächst für 3 Tage die Woche. Damit würde ich durch Selbständigkeitshilfe vom Staat ca. 1.800 Euro netto als Unterstützung bekommen plus 7.200 Euro (3 Tage à 600 Euro x 4 Wochen). Sind ca. 9.000 Euro. Der Haken: weiterlesen…

Getting back on track

geschrieben am 21.06.2009; 0 Kommentare

Ja, mich gibt es sogar noch. Weder mit dem Flugzeug abgestürzt noch sonst etwas. Danke für die vielen Kommentare in der Zwischenzeit- gerade die Kritik hinsichtlich der Beitragshäufigkeit habe ich zwar wahrgenommen, aber an Zeit für einen neuen Beitrag hat es gefehlt. Den letzten Artikel habe ich am 22.03. geschrieben, also fast vor einem Monat. Ein Update ist fällig!

In der Welt um uns herum ist in der Zwischenzeit einiges passiert. Die Finanzkrise hat zwar an der Börse nachgelassen, aber im realen Leben greift sie jetzt erst um sich. Im Bekannten-, Freundes- und Kollegenkreis gibt es mittlerweile zahlreiche Beispiele für Kurzarbeit und Entlassungen. In der Presse kann man täglich über neue Insolvenzen lesen. Jetzt bin ich ehrlich gesagt einigermaßen froh, dass der letzte Arbeitgeber uns quasi ganz zu Beginn der Finanzkrise weggekürzt hat, nämlich direkt nach der Lehman Brothers-Pleite im September  (siehe Beitrag “Wie die Finanzkrise zu einer Kündigung führte“). Nach einem Monat Arbeitslosigkeit sitze ich nun beim neuen Arbeitgeber mit der Mission “Einsparungen holen” fest im Sattel.

Aber das Thema Einsparungen war -wie Du Dir sicherlich denken kannst- seit dem Einstieg am 01.02.  ein sehr gefragtes Thema, das so viel Zeit und Arbeitsleistung eingefordert hatte, dass gar keine Zeit mehr blieb. Auch nicht für den Blog. Hinzu kam noch der zunächst temporär geplante Ortswechsel. Erst Mitte letzter Woche hat sich die Arbeitslast etwas entspannt und ich nutze die Zeit, um wieder “Back on Track” zu kommen. Gar nicht so leicht.

Updates gibt es in vielen Bereichen, die ich an dieser Stelle nur kurz zusammenfasse:

  • Nettowert: Es geht langsamer vorwärts. Obwohl in der Monatsmitte schwierig zu bestimmen, liegt er bei ca. 73.000 Euro.
  • Temporärer Ortswechsel: Leider ist aus dem temporären Ortswechsel ein Aufenthalt auf unbestimmte Zeit geworden. Das zieht eine dauerhafte Vermietung der Immobilie 2 nach sich. Da auch noch eine Frage zum Stand der Vermietung kam, werde ich dazu einen gesonderten Beitrag schreiben, in dem ich auch die bisher entstandenen Einnahmen und Ausgaben gegenüber stelle.
  • Immobilie 3: Auch hier ist aufgrund des Standortwechsels keine Eigennutzung mehr möglich, daher bin ich momentan schon in der Planungsphase für eine Vermietung ab September/Oktober. Auch dazu gesondert mehr.
  • Steuererklärung: Gerade noch rechtzeitig zur Deadline am 31. Mai abgegeben…
  • Ausgaben: So gut ich die Ausgaben in den Griff zu bekommen schien, so sehr hat sich die Situation verändert. Eine völlig veränderte, vor allem mobile Lebenssituation bedingt höhere Ausgaben. Darüber hinaus fallen jetzt im kleinerem Rahmen Basisanschaffungskosten (Einrichtung) an, damit der Aufenthalt auf “unbestimmte Zeit” etwas erträglicher wird.
  • Gehaltsentwicklung: Wie bereits angekündigt ist das Fixgehalt gleich geblieben, aber der Bonusanteil ist weitaus geringer. Außerdem wird er jährlich und nicht unterjährig gezahlt. Und in Finanzkrisen-Zeiten ist diese Zahlung leider nicht so sicher… Insgesamt also finanziell eine eher unbefriedigende Situation. Wenn ich aber sehe, wie auch der Rest des Ex-Arbeitgebers von den Auswirkungen der Finanzkrise quasi “in der Luft” zerissen wird, befinde ich mich in einer akzeptablen Situation.
  • Kurzarbeit: Nein, mich hat es noch nicht getroffen, aber andere mir gleich gestellte Berater schon. Kurzarbeit wird nämlich sofort umgesetzt, wenn ein Mitglied des Beratervolks keinen Einsatz bzw. kein Projekt mehr hat. Sollte Kurzarbeit eintreten, verbessert sich u.U. das Verhältnis von eingesetzter Zeit zu verdientem Geld, aber insgesamt sinkt das Gehalt auf 85% ab. Damit werde ich mich aber erst auseinander setzen, wenn der unwahrscheinliche Fall eingetreten ist.

Soviel als Zusammenfassung. Einzelartikel folgen.

Die Vorstellungskraft zum Einkommen

geschrieben am 28.09.2008; 9 Kommentare

Es tut doch immer wieder gut, mit Leuten zu sprechen, die größer denken als Du selbst. Heute ist wieder ein Abend gewesen, an dem ich mich in ein spannendes Gespräch mit jemandem stürzen konnte, in dem es um die Finanzen und um das Einkommen ging. Auch die höheren Einkommensschichten- sie erscheinen für jeden greifbar und realistisch.

Als ich vor vier Jahren das Studium der Wirtschaftsinformatik abgeschlossen hatte war ein Einstiegsgehalt von 45.000 Euro schon ein tolle Sache. Und im Vergleich zu anderen Kommilitonen in guter Deal. In den vier Jahren Berufserfahrung haben sich bei mir die folgenden gefühlten “Gehaltslevel” eingeprägt:

  1. Einstiegsgehalt: 40.000-50.000 Euro. Ich kenne auch viele, die zu einem Bruttolohn von 20.000 Euro arbeiten, aber viele von denen konnten ihr Gehalt auf das “Einstiegslevel” von 40.000 steigern, z.B. durch Weiterbildung und Jobwechsel.
  2. Gehalt als Experienced Hire nach einigen Jahren Berufserfahrung: 60.000-90.000 Euro
  3. Geschäftsführer eines kleinen bis mittleren Unternehmens/Partner in einem großen Unternehmen: ca. 150.000 Euro

Hättest Du mich damals als Uniabsolvent nach möglichen Gehältern gefragt, konnte ich mir keineswegs das Ende der Gehaltsstufe 2 oder sogar die Gehaltsstufe 3 vorstellen. Warum nicht? Weil mein Denken dafür zu klein war.

Heute habe ich wieder mit jemandem gesprochen, der ein anderes “Feeling” dieser Stufen hat. Es beginnt bei ca. 60.000 Euro als absolutes Einstiegsminimun und geht als Experienced Hire bis in die Höhen von weiterlesen…

Headhunter, Gehaltsniveaus & Co.

geschrieben am 18.09.2007; 13 Kommentare

Nachdem es in unserem Unternehmen etwas wakelig wurde, habe ich mal als erstes meine Lebensläufe auf den aktuellen Stand gebracht und alle Profile in den üblichen Datenbanken (Monster, XING und die Freiberufler-Datenbank Gulp) aktualisiert. Prompt bekam ich dann auch in den letzten Wochen Anrufe von Headhuntern.

Grundsätzlich bieten sich für mich zwei Optionen an:

  1. Als Angestellter einen besseren Job annehmen und die Karriereleiter hochklettern
  2. Als Freiberufler in einem sehr speziellen Bereich temporäre Arbeit zu machen

Ganz ehrlich: mit beiden Optionen bin ich nicht so richtig glücklich. Momentan befinde ich mich schon auf einem Gehaltsniveau, das im Bereich der Unternehmensberatung schwer zu toppen ist. Ich habe eine Position angeboten bekommen, die ca. 10TEUR über meinem jetztigen Jahresgehalt liegt, aber auf der anderen Seite auch Nachteile wie sehr starke Reisetätigkeit und unmögliche Arbeitszeiten mit sich bringt. Wenn ich diese Position annehmen würde, müsste ich es wegen dem Karriermodell tun: In 10 Jahren könnte ich Partner/Director sein, so der Headhunter. Ist es das, was ich will? Ich habe viele Partner gesehen, die a) nicht so sonderlich viel verdient haben (ca. 150.000 Euro inkl. Umsatzbeteiligung), b) im Alter von 45 gegangen wurden, weil sie nicht mehr soviel Umsatz gebracht haben und c) die Herzinfarkte oder Nervenzusammenbrüche aufgrund des Stresses erlitten haben, den sie im Job hatten. Für mich stellt das keinen gangbaren Weg dar, denn ich möchte auch noch Privatleben haben und ich möchte etwas nachhaltigeres schaffen als die Partner, die sich bei einer Entlassung mit einer Abfindung zufrieden geben müssen.

Zweiter Weg: Freiberufler. Hier lockt vor allem das Geld. Ein Ex-Kollege aus Indien arbeitet gerade in den USA zu einem Tagessatz von 1.000 weiterlesen…