Nun endlich habe ich ein Buch gelesen, dass mir ein Leser in seinem Kommentar Mitte letzten Jahres empfohlen hat: Regel Nummer 1 von Phil Town. Bevor ich in das Buch einsteige, ein kurzer Rückblick über meine Investmenterfolge bzw. -verluste.
In den letzten zwei Jahren habe ich viele Investmentvehikel ausprobiert, um richtig große Renditen zu erzielen. Zuerst CFDs, die große Gewinne bringen aber meistens noch größere Verluste. Obwohl Leser immer wieder behaupten, dass sie mit CFDs konstant positive Renditen erwirtschaften, bin ich der Meinung, dass es sich um Spekulation handelt. Auch Zertfikate, Aktienfonds oder Optionsscheine- alles hat mir letztes Jahr Verluste gebracht. Nur die konsequenten Stoppkurse haben mich vor größeren Verlusten bewahrt, die mittlerweile wahrscheinlich schon im guten fünfstelligen Bereich gewesen wären. Meine Meinung: alles Spekulation. Denn wer kann die volkswirschaftliche Lage, viele hundert Einzelaktien in einem Fonds oder die Determinaten einer Indexentwicklung wirklich vollständig greifen? Auf dem Weg habe ich zunächst mal schon die Erkenntnis gewonnen, dass es einen Unterschied zwischen Spekulieren und Investieren gibt, um man eigentlich nur Investieren sollte.
Was hat mir Geld gebracht? Konservative Einzelanleihen, deren Rendite allerdings sehr gering ist. Geld verloren habe ich aber z.B. mit Emerging Markets Anleihen, deren Kurswerte in der Krise mächtig unter die Räder gekommen sind (-20%). Die geschlossenen Fonds entwickeln sich nach Plan und sollten unterm Strich gute Renditen erwirtschaften- die Auszahlungen bleiben aber abzuwarten. Und Immobilien haben mir wahrscheinlich das meiste Geld gebracht. Die Gemeinsamkeit dieser drei “Assetklassen”: Bis auf eine Ausnahme sind die Renditen im vornherein kalkulierbar. Ob ich eine Anleihe kaufe, eine Immobilie so günstig einkaufe, dass sie sich selbst abbezahlt und darüberhinaus noch Cashflow produziert, oder ob ich einen geschlossenen Fonds kaufe (Ausnahme: Private Equity), der in im Vorab kalkulierte Projekte wie Immobilien oder Mezzanine investiert- bei allen handelt es sich um eine Investition, da Renditen weitestgehend im Voraus bestimmt werden können (obwohl ein Restrisiko natürlich verbleibt).
In diesen Assetklassen werde ich auch weiterhin arbeiten, aber eine wichtige und renditestarke Assetklassen fehlt mir: Aktien. Das Problem mit Aktien ist, dass sie mir schon im Jahr 2000 große Verluste gebracht haben. Ich möchte mal kurz mein Vorgehen beschreiben, wie ich damals Aktien gekauft habe: Wir alle wissen, dass in der Hype-Zeit 1999/2000 gar keine Zeit für eine umfassende Betrachtung einer Einzelaktie gab, da man vielleicht die ersten +100% Wertentwicklung verschlafen hätte. Also habe ich mich bemüht, so früh morgends wie möglich den Aktionär zu kaufen und später auch mehrere der zahlreichen “Börsen-Spezialbriefe”. Kurz nach der Aktienemfehlung geschaut (markiert mit einem grünen Pfeil nach oben!), die die meiste Wertentwicklung versprach- schwupps und die Order war plaziert. Noch bessere Wertentwicklung gab’s, als ich Begann, auf der Vorabend-Hot-Stock-Hotline anzurufen, um noch am selben Abend die Order zu plazieren. Umsatz, Eigenkapital? Kennzahlen über Unternehmensentwicklung? Egal, denn man musste schnell agieren. Und genauso schnell waren auch die Verluste angehäuft.
Das war ein großer Fehler. Ich habe nie die fundamentalen Unternehmensdaten analysiert. Das werde ich jetzt mit dem Rule # 1-Ansatz ändern. Die Regel Nr. 1 beschreibt einen allumfassenden Analyseansatz, der auf den Ansätzen von Warren Buffett und Benjamin Graham beruht. An dieser Stelle möchte ich kurz das Framework vorstellen, mit dem ein Unternehmen analysiert werden soll. weiterlesen…


