Absicherungsstrategien für wilde Zeiten an den Aktienmärkten

geschrieben am 27.07.2007; 7 Kommentare

Einige Freunde kontaktieren mich nun und fragen, was mit den Märkten und ihren Depots los ist. Alles verkaufen?

Ich selbst wurde auch ein wenig überrascht. Zumal ich beruflich unterwegs war und die Märkte nicht weiter verfolgt habe. In den letzten drei Tagen hat mein Depot ca. 700 Euro verloren.

Die weltwirtschaftlichen Risiken steigen zwar:

  • Steigende Zinsen: Führen dazu, dass die Anzahl und Größe der größtenteils fremdfinanzierten M&A Deals abnimmt und die M&A Phantasie aus den Kursen herausgenommen wird. Außerdem gibt es eine direkte Auswirkung auf die Hypothekenkrise in den USA.
  • Hypothekenkrise: Gefahr hoher Verluste durch Kredite mit wenig Bonität, zunächst im Banken- und Immobiliensektor in den USA, dann aber auch Ausweitung auf Gesamtwirtschaft.

Aber mal ehrlich, davor ist der Markt rasant gestiegen und alle kürzlichen Neuanschaffungen sind im Plus. An eine komplette Umkehr glaube ich nicht. Zum einen, weil die Hypothekenkrise durch riesige Kreditinstitute mit hoher Liquidität noch locker aufgefangen werden kann. Es ist außerdem weiterhin so unglaublich viel Liquidität im Markt, Geld also, das irgendwo investiert werden will, auch wenn die Zinsen steigen. Wir sind lange noch nicht auf dem Niveau von 2000, gemessen an den Unternehmensgewinnen. Und außerdem steht der DAX noch nicht in der Bildzeitung mit der Aufforderung an die Leser, schnell noch zu investieren (März 2000…).

Im Moment bieten sich Dir zur Absicherung zwei Strategien an, von denen ich nur erstere umgesetzt habe:

  1. Stoppkurse setzen: Bestimme Deinen maximal tragbaren Verlust und setze entsprechend Stoppkurse
  2. Shortabsicherung der Portfolios: Gehe short auf ein Instrument, dass Deinen Investmentbereich am besten abbildet. Da ich sehr stark in Asien investiert bin, könnte ich z.B. einen CFD auf den Hang Seng Index mit einem Gegenwert von 22.500 Euro verkaufen, um so mein Portfolio von ca. 18.000 gegen Verluste abzusichern. Während das Portfolio Verluste macht, mache ich mit dem CFD gewinne.

Meine Einschätzung ist allerdings: Nach einem so herrlichen Sommer, in dem die Märkte normalerweise seitwärts schaukeln, ist eine Korrektur eine gute Voraussetzung um Luft zu holen für eine schöne Jahresendrally. Falls es wirklich an der Zeit ist, mal auf Anleihen umzuschichten, habe ich schon hervorragende Papiere ausgesucht, die ich dann beizeiten vorstellen werde.