Panik an den Finanzmärkten

geschrieben am 08.10.2008; 51 Kommentare

Nun ist es mal wieder Zeit, einen Kommentar über die Märkte zu geben. Anlass dafür ist eigentlich ein gestriges Gespräch mit einem Kollegen, der bei uns für die Sales verantwortlich ist. Unsere Kunden sind Großunternehmen, die jetzt zunehmend auf die Auswirkugnen der Finanzkrise und die damit einhergehenden Nachfragerückgänge reagieren. D.h. konkret, dass z.B die Autohersteller ihre Produktion drosseln bzw. Mitarbeiter Zwangspause verordnen. Desweiteren werden Einstellungsstops eingeführt und Budgets eingefroren bzw. gekürzt. Gerade der letzte Punkt, das Einfrieren von Budgets, trifft uns unmittelbar, denn Projekte lassen sich keineswegs mehr so leicht plazieren. Jetzt hat sich die Finanzkrise so weit ausgeweitet, dass wir als Kollegen und ich es unmittelbar zu spüren bekomme. Auch in den Nachrichten ist das Thema nicht zu überhören. An den Börsen regiert die Panik.

Für Dich und mich als Finanzinteressierte hat sich die Krise schon lange angekündigt, nur das Ausmaß konnten wir uns nicht so ganz vorstellen. Ich habe bereits mehrere Artikel zu diesem Thema verfasst, u.a.:

Im letzteren Artikel habe ich auch die prozentuale Verteilung für die Asset Allocation in der Krise aufgeführt: 20% Aktienanteil, Bargeld und Anleihen 25%, Gold und Goldaktien 35%, Immobilien 20%. Ich habe zwar ein bißchen Gold gekauft und mein Aktienanteil hat sich auf mittlerweile unter 20% meines Gesamtvermögens durch Auslösung von Stopp-Loss-Orders und durch Wertminderung verringert, aber so richtig glorreich habe ich nicht gehandelt. Mein Aktienportfolio hat ca. 30% an Wert verloren, wenn ich die Verluste nicht berücksichtige, die in der fondsgebundenen Riesterrente entstanden sind (die Auszahlung der nominalen Einzahlungen ist staatlich garantiert). Zum Glück gibt es immer Leute, die alles vorausgesehen haben und alles richtig gemacht hätten, aber das eigene Portfolio wollen sie dann doch nicht offenlegen (Aqua… ;) ). Aber ich sehe auch, dass es anderen ähnlich geht wie mir. Z.B. Kursverluste im Monatsvergleich von 2.285 Euro auf http://www.unabhaengigsein.com/.

Viel wichtiger ist aber, wie es nun weitergeht. Und was ich mit meinen Positionen mache, die teilweise 50% ins Minus gerutscht sind.

Fakt ist, weiterlesen…

Der Crash? Und eine Krisenstrategie

geschrieben am 21.01.2008; 6 Kommentare

Mich beschleicht am heutigen Tag das Gefühl, dass es mit der Hausse so langsam vorbei ist. Nur am 11. September gab es zuletzt höhere Verluste im DAX als die aktuellen 6,70 Prozent (!). Ich sprach schon eine ganze Weile von Umschichtung in sichere Anleihen und habe auch physische Gold-Investments in kleinerem Rahmen getätigt. Aber auf ein endgültiges Zeichen für eine größere Baisse habe ich weiterhin gewartet.

Jetzt wird es mir aber ein bißchen zu gefährlich und ich muss von einer Baisse ausgehen. Enttäuschend finde ich nur, dass wir die Höchststände vom Jahr 2000 im DAX nicht wesentlich überschreiten konnten. Stattdessen konnten sich aber z.B. die Emerging Markets oder bestimmte Branchen wie z.B. Solar seitdem vervielfachen. Es müssen ja nicht alle Märkte ihre historischen Höchststände in einer Hausse überschreiten.

So nach und nach reduziert sich mein Aktienbestand durch die Stoppkurse ganz von selbst. Heute wurde weiterlesen…

Absicherungsstrategien für wilde Zeiten an den Aktienmärkten

geschrieben am 27.07.2007; 7 Kommentare

Einige Freunde kontaktieren mich nun und fragen, was mit den Märkten und ihren Depots los ist. Alles verkaufen?

Ich selbst wurde auch ein wenig überrascht. Zumal ich beruflich unterwegs war und die Märkte nicht weiter verfolgt habe. In den letzten drei Tagen hat mein Depot ca. 700 Euro verloren.

Die weltwirtschaftlichen Risiken steigen zwar:

  • Steigende Zinsen: Führen dazu, dass die Anzahl und Größe der größtenteils fremdfinanzierten M&A Deals abnimmt und die M&A Phantasie aus den Kursen herausgenommen wird. Außerdem gibt es eine direkte Auswirkung auf die Hypothekenkrise in den USA.
  • Hypothekenkrise: Gefahr hoher Verluste durch Kredite mit wenig Bonität, zunächst im Banken- und Immobiliensektor in den USA, dann aber auch Ausweitung auf Gesamtwirtschaft.

Aber mal ehrlich, davor ist der Markt rasant gestiegen und alle kürzlichen Neuanschaffungen sind im Plus. An eine komplette Umkehr glaube ich nicht. Zum einen, weil die Hypothekenkrise durch riesige Kreditinstitute mit hoher Liquidität noch locker aufgefangen werden kann. Es ist außerdem weiterhin so unglaublich viel Liquidität im Markt, Geld also, das irgendwo investiert werden will, auch wenn die Zinsen steigen. Wir sind lange noch nicht auf dem Niveau von 2000, gemessen an den Unternehmensgewinnen. Und außerdem steht der DAX noch nicht in der Bildzeitung mit der Aufforderung an die Leser, schnell noch zu investieren (März 2000…).

Im Moment bieten sich Dir zur Absicherung zwei Strategien an, von denen ich nur erstere umgesetzt habe:

  1. Stoppkurse setzen: Bestimme Deinen maximal tragbaren Verlust und setze entsprechend Stoppkurse
  2. Shortabsicherung der Portfolios: Gehe short auf ein Instrument, dass Deinen Investmentbereich am besten abbildet. Da ich sehr stark in Asien investiert bin, könnte ich z.B. einen CFD auf den Hang Seng Index mit einem Gegenwert von 22.500 Euro verkaufen, um so mein Portfolio von ca. 18.000 gegen Verluste abzusichern. Während das Portfolio Verluste macht, mache ich mit dem CFD gewinne.

Meine Einschätzung ist allerdings: Nach einem so herrlichen Sommer, in dem die Märkte normalerweise seitwärts schaukeln, ist eine Korrektur eine gute Voraussetzung um Luft zu holen für eine schöne Jahresendrally. Falls es wirklich an der Zeit ist, mal auf Anleihen umzuschichten, habe ich schon hervorragende Papiere ausgesucht, die ich dann beizeiten vorstellen werde.

Juni 2007 (31.155,57 EUR)

geschrieben am 01.07.2007; 2 Kommentare

Wie zu erwarten sollte dieser Monatsabschluss nicht besonders gut ausfallen: +652,72 EUR. Für den Umzug entstanden Einmalaufwendungen von 994,83 EUR (inkl. Neuanschaffungen), die ich durch Auflösung der Rückstellung vom April (1000 EUR) finanzieren konnte.

Dann kam aber ein kleiner Hammer, der das Ergebnis richtig verhagelt hat: CFD-Verluste von 1.066,01 EUR! Da wurde ich mehrere Male auf dem falschen Fuß erwischt. Falls ihr euch noch erinnert: Ich war beim letzten Monatsabschluss short, der Dax stieg aber danach noch 100 Punkte bis er auf 7.500 einkrachte. Ich wurde im Verlauf des Anstiegs dreimal ausgestoppt. Erst nach dem dritten Mal rauschte der Dax nach unten und ich war nicht dabei! Da ich einen Dax-Punkt mit mindestens 10 Euro bewertet hatte, türmten sich die Verluste sehr schnell auf. Da stellt sich mir die Frage, ob so risikoreiche Spekulation ein legitimer Weg zu Reichtum ist. Dazu ein kleines Youtube-Video. Zum Glück haben meine anderen Investments in einem erneut guten Börsenmonat einen Gewinn von ca. 450 Euro gebracht, so dass die Gesamtverluste nicht ganz so stark sind.

Zu all dem kamen Auslagen für die PKV, hier und da ein Abschiedsdrink vor dem Umzug… die Ausgaben waren immens hoch. Hier die Kennzahlen des Desasters:

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